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Ärzteschaft

Warnung vor schleichender Veränderung des ärztlichen Berufsbildes

Montag, 2. Mai 2022

/picture alliance, Jens Krick

Düsseldorf – Der Fachkräftemangel im Gesundheitswesen verändert den Alltag von Ärzten und könnte zu einer schleichenden Veränderung des ärztlichen Berufsbildes hin zum Negativen führen.

Am Ende könnte eine Medizin stehen, die den Patienten nicht mehr in seiner Ganzheitlichkeit erfasst, weil „dafür schlicht die Zeit und der persönliche Kontakt fehlt“. Das befürchtet der Präsident der Ärztekammer Nordrhein (ÄKNO), Rudolf Henke.

„Wer in Praxen, Kliniken oder im Öffentlichen Gesundheitsdienst arbeitet, ist im dritten Jahr der Pandemie nicht mehr weit entfernt von mentaler und körperlicher Erschöpfung oder sogar schon mitten darin“, warnt Henke in der aktuellen Ausgabe des Rheinischen Ärzteblattes.

Er kritisiert, die Politik habe „viel zu oft“ nur punktuelle Kosmetik betrieben und an Ersatzszenarien gearbei­tet, die an den realen Bedürfnissen von Patienten vorbeigehen.

Der Kammerpräsident betont zudem, die Delegation ärztlicher Leistungen und digitale Lösungen im Gesund­heitswesen seien zwar in bestimmen Szenarien sinnvoll und könnten Ärzte entlasten, sie ersetzten aber nicht ein grundsätzliches Umsteuern, das in Teilen des Gesundheitswesens nötig sei.

Die Ärztekammer Nordrhein habe dazu immer wieder Anregungen gegeben, zum Beispiel eine deutliche Aufstockung von Medizinstudienplätzen, die Herausnahme der Kosten für das gesamte medizinische Kran­kenhauspersonal aus der Fallpauschalenfinanzierung und einen arztspezifischen Tarifvertrag im Öffentli­chen Gesundheitswesen.

„Zwar haben NRW und einige wenige andere Bundesländer die Zahl der Medizinstudienplätze erhöht, doch es ist zu befürchten, dass dieses Engagement noch nicht reichen wird, um die bald ausscheidende Ärztege­neration zu ersetzen“, so Henke. © hil/aerzteblatt.de

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