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Medizin

Studie: Vegetarische Ernährung führt bei Kindern nicht zu Wachstumsstörungen

Donnerstag, 12. Mai 2022

/fizkes, stock.adobe.com

Toronto – Kinder im Alter unter 5 Jahren, die sich vegetarisch ernährten, hatten in einer prospektiven Beob­ach­tungsstudie in Pediatrics (2022; DOI: 10.1542/peds.2021-052598) keine Wachstumsstörungen. In den La­bortests fanden sich auch keine Hinweise auf Eisen- oder Vitamin D-Defizite oder Störungen des Fettstoff­wechsels. Es kam allerdings häufiger zu Untergewicht.

Im westlichen Kulturkreis akzeptieren die meisten Fachgesellschaften mittlerweile auch für Kinder eine ve­getarische Ernährung, die in einigen asiatischen Ländern wie etwa Indien auf eine längere Kulturgeschich­te zurückblickt.

Von pädiatrischer Seite gibt es allerdings Bedenken, ob der Verzicht auf tierische Nahrungsmittel in den ersten Lebensjahren die Versorgung mit Eisen oder Vitamin D sicherstellen kann und dem rasch wachsenden Körper genügend Nährstoffe bietet.

Ein Team um Jonathon Maguire vom St. Michael’s Hospital in Toronto hat zu dieser Frage die Ergebnisse der Studie „TARGet Kids!“ ausgewertet, die Kinder im Alter von 6 Monaten und 8 Jahren begleitet. Die Kinder werden von Pädiatern rekrutiert, die regelmäßig die gesundheitliche Entwicklung beurteilen. Dazu gehören regel­mäßige Blutuntersuchungen. Außerdem werden die Mütter zu den Lebensgewohn­heiten ihrer Kinder befragt, darunter auch zur Ernährung.

Von den den 8.907 Kindern wurden 248 bereits bei der Eingangsuntersuchung vegetarisch ernährt (davon 25 vegan). Im Verlauf der Zeit stieg die Zahl auf 338 an. Darunter waren laut Maguire viele Kinder von Einwande­rern aus asiatischen Ländern, in denen der Vegetarismus weit verbreitet ist.

Die Forscher hatten erwartet, dass der Verzicht auf Fleisch zu einer geringeren Kalorienzufuhr sowie zu einem Eisen- und einem Vitamin-D-Mangel führt. Aufgrund der geringeren Aufnahme von gesättigten Fettsäuren aus tierischen Lebensmitteln wurden auch Auswirkungen auf die Serumlipide vermutet.

Die Befürchtungen erfüllten sich jedoch nicht. Die Forscher fanden keine bedenk­lichen Auswirkungen auf den Body-Mass-Index, auf die Körpergröße oder auf die Serumwerte von Ferritin, 25-Hydroxy-Vitamin D oder Lipide.

Bei der Körpergröße gab es einen um 20 % niedrigeren z-Wert, der bei einem 3-jährigen Kind aber nur einem Unterschied von 0,3 cm entspricht. Bei den Blutfetten hatten lediglich die vegetarischen Kinder, die auch auf Milch verzichteten, etwas ungünstigere Werte.

Bei vegetarischen Kindern, die 2 Gläser Milch am Tag tranken, wurden keine Unterschiede zu den Kindern gefunden, die Fleisch zu essen bekamen. Der einzige Mangel scheint die Kalorienzufuhr zu betreffen.

Die Kinder, die ausschließlich vegetarisch ernährt wurden, waren zu 87 % häufiger untergewichtig. Die Odds Ratio von 1,87 war mit einem 95-%-Konfidenzintervall von 1,19 bis 2,96 signifikant. Maguire rät den Eltern deshalb, bei einer vegeta­rischen Ernährungsweise auf eine ausreichende Gewichtsentwicklung zu achten.

Zu den Einschränkungen der Studie gehört, dass die Forscher die Eltern nur kategorisch zu einer vegetarischen Kost befragt haben, die weitere Zusammen­setzung der Nahrung aber nicht untersucht haben. Eine Analyse zu den Auswirkun­gen einer veganen Diät war wegen der geringen Fallzahl nicht möglich. © rme/aerzteblatt.de

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