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Techniker Krankenkasse will Verbot von Kindermarketing für Arzneimittel

Dienstag, 3. Mai 2022

/JenkoAtaman, stock.adobe.com

Hamburg – Die Techniker Krankenkasse (TK) fordert einen Stopp von Arzneimittelwerbung, die sich gezielt an Kinder richtet. Grundlage der Forderung ist die Analyse „Kindermarketing von Arzneimitteln“, die Tobias Effertz von der Universität Hamburg im Auftrag der TK erstellt hat.

Die Auswertung zeigt, dass Arzneimittelwerbung häufig auf dem Videoportal Youtube sowie im Fernsehen präsent ist – 65 Prozent der Werbung wird bei letzterem zwischen 18 und 22 Uhr ausgestrahlt, also zur Haupt­fernsehzeit von Kindern und Familien.

In dem für die Analyse der Arzneimittelwerbung im Fernsehen genutzten Datensatz von 48.945 Werbespots im deutschen Fernsehen von Ende 2007 bis 2019 entfielen laut Analyse 702 Werbespots (rund 1,4 Prozent) auf Arzneimittel. Die Häufigkeit variierte aber stark zwischen den Sendern: Er lag zum Beispiel beim ZDF bei 16,34 Prozent und in der ARD bei 8,17 Prozent.

„Der Anteil der in der Hauptfernsehzeit von Kindern gesendeten Arzneimittelwerbungen stieg von 53 Prozent Ende 2007 auf circa 65 Prozent signifikant an“, berichtet Effertz zudem. Das am häufigsten beworbene Prä­parat im Fernsehen ist laut der Analyse das Halsschmerzmittel „Dobendan“.

„Im Arzneimittelmarketing finden wir Kinderschauspieler, Kuscheltiere oder Zeichentrickfiguren, ebenso wie bunt gestaltete Verpackungen, die die Aufmerksamkeit erhöhen. Durch die kindgerechte Ansprache verfestigt sich dann beim Kind das Gefühl, es gibt Medikamente oder Mittelchen, die Abhilfe schaffen, wenn es mir mal nicht so gut geht“, erläuterte der Wissenschaftler.

Neben der gezielten Kinderansprache spreche die Werbung immer auch die Eltern an. Sie suggeriere, dass fürsorgliche Eltern ihre Kinder beim Gesundwerden unterstützen, indem sie das beworbene Arzneimittel kaufen, so Effertz.

Jens Baas, Vorstandsvorsitzender der TK, fordert, die Politik müsse Eltern und Kinder besser schützen. Der Koalitionsvertrag der Ampelkoalition sehe vor, an Kinder gerichtete Werbung für Lebensmittel mit hohem Zucker-, Fett- und Salzgehalt bei bestimmten Sendungen und Formaten zu verbieten. „Hier sollte der Gesetz­geber auch andere Bereiche wie die Werbung für Kinderarzneimittel stärker in den Blick nehmen“, so der TK-Chef. © hil/aerzteblatt.de

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