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Medizin

RKI: Sieben Prozent der Bevölkerung weder geimpft noch genesen

Dienstag, 3. Mai 2022

/blvdone, stock.adobe.com

Berlin – Etwa 7 % der Bevölkerung in Deutschland dürften laut einer Modellierung bis Ende März 2022 weder gegen Corona geimpft noch mit dem Virus selbst in Kontakt gekommen sein. Das geht aus einer Preprint-Studie (medrxiv, 2022, DOI: 10.1101/2022.04.19.22274030) von Wissenschaftlern des Robert-Koch-Instituts (RKI) in Berlin hervor, die noch nicht von externen Fachleuten begutachtet worden ist. Über die Daten, die je nach Altersgruppe und Bundesland variieren, hatte zuvor die Süddeutsche Zeitung berichtet.

Die Autoren machen deutlich, dass in der restlichen Bevölkerung kein einheitliches Maß an Schutz anzu­nehmen ist: Insbesondere für Menschen, die nicht geimpft, aber (meist mit Omikron) infiziert wurden, gebe es noch größere Unsicherheiten mit Blick auf den kommenden Herbst und Winter, etwa weil der Schutz vor schwerer Erkrankung kurzlebiger sein könnte. Nach vollständiger Grundimmunisierung, Booster und Infektion wird hingegen ein länger anhaltender Schutz vor schwerer Erkrankung angenommen.

Für ältere Menschen ab 60 Jahren mit höherem Risiko eines schweren Krankheitsverlaufs wird ein Anteil von rund 4 % ohne jegliche Immunität angegeben. Bei Kindern werden höhere Werte geschätzt – schließlich ist für die Kleineren noch kein COVID-19-Impfstoff verfügbar. Die ermittelten Werte liegen in dieser Altersgruppe zwischen etwa 45 % für Kleinkinder und zirka 22 % für größere Kinder.

Das Team stellt heraus, dass die Ende 2021 aufgekommene Omikron-Variante für besonders viele Infektionen sorgte. Also die Variante, von der Fachleute annehmen, dass eine Infektion keinen so guten Schutz vor ande­ren Varianten wie Delta mit sich bringt. Wenn man Omikron-Infektionen nicht berücksichtige, könnten laut dem Paper über alle Altersgruppen hinweg noch rund 16 % der Bevölkerung ohne spezifischen Immunschutz sein.

Hier variieren die Angaben den Autoren zufolge zwischen den Bundesländern um etwa 10 %. Dabei weist Sachsen mit zirka 20 % den höchsten Anteil von Menschen ohne Immunität auf, Bremen mit etwa 10 % den geringsten. Unter Einbeziehung der Omikron-Infektionen gehen die Unterschiede auf 6 % zurück, die meisten Menschen ohne Impfung oder Infektion finden sich in Hessen (etwa 11 %) und die wenigsten in Bremen (zirka 5 %).

Hintergrund der Modellierung ist, dass das Immunitätslevel in der Bevölkerung bisher nicht genau beziffert werden konnte. Das liegt etwa an unbemerkt verlaufenen Ansteckungen und an Überschneidungen der Gruppen von Genesenen und Geimpften. Auch zu Mehrfach-Infektionen gibt es bisher kaum Daten.

Modellierungen basieren auf einer Reihe von Annahmen und unterliegen damit Unsicherheiten. Faktoren wie das Nachlassen der Immunität und das Aufkommen von Varianten, die dem Immunschutz ausweichen, berücksichtigten die Autoren wegen schwieriger Vorhersagbarkeit nicht. © dpa/aks/aerzteblatt.de

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Avatar #878719
HaGrae
am Donnerstag, 5. Mai 2022, 01:08

Na dann warten wir doch Mal ab,

ob sich die Natur an die Voraussagen der Mathematiker hält.
Medizin, dachte ich bis vor Corona, ist ein naturwissenschaftlich-biologisches Teilgebiet, und nicht nur die Spielwiese der IT'ler und Statistiker.
Dazu fällt mir nur ein: Glaub keiner Statistik, die Du nicht selbst gefälscht hast ....
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