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Medizin

Rezeptoren melden Arteriosklerose­plaques an das Gehirn

Freitag, 20. Mai 2022

/Artur, stock.adobe.com

München – Bei einer Arteriosklerose tauschen das Blutgefäß und das Gehirn offenbar Nervensignale aus. Das berichtet eine Arbeitsgruppe des Instituts für Prophylaxe und Epidemiologie der Kreislauf­krank­heiten der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) München in der Fachzeitschrift Nature (2022; DOI: 10.1038/s41586-022-04673-6).

Die Wand von Arterien besteht bekanntlich aus 3 Komponenten, einer äußeren, mittleren und inneren Schicht. Plaques sind vorwiegend im Inneren zu finden und werden nicht von Nervensträngen durch­zogen. „Deshalb ist bisher niemand auf die Idee gekommen, zu untersuchen, ob das periphere Nerven­system bei Atherosklerose mit Blutgefäßen in Kontakt tritt“, erläutert Andreas Habenicht aus der Arbeitsgruppe.

„Atherosklerose ist eben mehr als nur ein Plaque. Vielmehr geht es um die Entzündung der Arterie selbst, und zwar auch an deren Außenseite“, ergänzt Sarajo Mohanta, der die Experimente federführend durchgeführt hat.

Laut der Untersuchung erkennen Rezeptoren an der Außenwand der Gefäße, wo sich Plaques befinden und wo Gefäße entzündet sind. Anschließend senden sie Signale über die Nervenbahnen bis in das Gehirn. Dieses verarbeitet die Signale und sendet ein Stresssignal zurück in das entzündete Blutgefäß. Dadurch wird laut den Forschern die Entzündung negativ beeinflusst und die Atherosklerose verschlechtert sich.

Im Tierexperiment durchtrennte eine angeschlossene Arbeitsgruppe von der Universität La Sapienza in Rom die elektrische Verbindung zwischen einer erkrankten Arterie und dem Gehirn. 8 Monate später verglich sie behandelte Mäuse mit Tieren ohne diesen Eingriff.

Bei Nagern mit der experimentellen Therapie war die Atherosklerose weniger ausgeprägt als bei den Kontrollen. „Langfristig hoffen wir, dass Atherosklerose endlich kausal therapiert werden kann – doch das kann noch dauern“, sagte Mohanta. © hil/aerzteblatt.de

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