NewsHochschulenStreiks an Unikliniken in NRW führen zu Einschränkungen
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Hochschulen

Streiks an Unikliniken in NRW führen zu Einschränkungen

Mittwoch, 4. Mai 2022

/picture alliance, Christoph Hardt

Düsseldorf – Ausgefallene Operationen und abgesagte Behandlungen: Im Kampf um bessere Arbeitsbedin­gungen haben an den sechs Universitätskliniken in Nordrhein-Westfalen die verschärften Streikmaßnahmen begonnen.

Insgesamt rund 1.700 Beschäftigte beteiligten sich an den Standorten in Düsseldorf, Köln, Bonn, Aachen, Essen und Münster an Kundgebungen oder Streiks, wie die zuständige Landesfachbereichsleiterin Katharina Wesenick sagte.

Die Uniklinik Köln wurde nach eigenen Angaben vom Streik massiv betroffen. Zwei Drittel der 42 Operations­säle stünden still, berichtete das Krankenhaus. Auch die Normal- und Intensivstationen seien deutlich vom Streik betroffen.

Bei ambulanten und terminierten Behandlungen komme es ebenfalls zu erheblichen Einschränkungen und Verzögerungen. Zumindest die Versorgung von Notfällen sei aber aktuell sichergestellt. „Ab wann wieder schrittweise zum Normalbetrieb zurückgekehrt werden kann, ist aktuell nicht vorhersehbar“, betonte die Klinik.

An der Uniklinik Bonn wurden 16 Operationen verschoben, um eine Gefährdung der Patienten auszuschlie­ßen. Auch die Uniklinik Düsseldorf berichtete, die Patientenversorgung leide erheblich unter dem zusätzlichen Personalausfall aufgrund des Streiks.

Die Streikmaßnahmen hätten zur Folge, „dass sowohl nicht-dringliche, als auch dringliche Behandlungen verschoben werden müssen und ganze Stationen geschlossen sind“. Die Uniklinik Essen meldete ebenfalls „eine signifikante Einschränkung der Patientenversorgung“.

Die Gewerkschaft Verdi zeigte sich zufrieden mit dem Streik. „Das ist ein starker Auftakt. Mit der sehr hohen Beteiligung demonstrieren die Kolleginnen und Kollegen ihre Entschlossenheit: Sie erwarten die sofortige Aufnahme von Tarifverhandlungen für einen „Tarifvertrag Entlastung““, sagte Henrike Eickholt, Geschäfts­führerin von Verdi Ruhr-West in Essen.

Den Weg für Verhandlungen müsse die Landesregierung frei machen. Für den Abend war ein Treffen der Verdi-Verhandlungsführer mit NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) geplant, der am vergangenen Montag seine Unterstützung hatte durchblicken lassen.

Nach dem Verstreichen eines 100-Tage-Ultimatums durch die Landesregierung und den Arbeitgeberverband des Landes (AdL) zum 1. Mai hatte die Gewerkschaft am vergangenen Montag verkündet, dass sich in einer Urabstimmung mehr als 98 Prozent der Beschäftigten für den Arbeitskampf ausgesprochen hatten - notfalls auch unbefristet.

„Die Beschäftigten der Unikliniken streiken verantwortungsbewusst“, betonte Katharina Schwabedissen, die im Verdi-Bezirk Ruhr-West für die Kliniken zuständig ist. „Selbstverständlich werden alle Notfälle versorgt. Klinikbeschäftigte haben hohe ethische Ansprüche an ihre Arbeit und verhalten sich auch im Streik entspre­chend.“ Zuvor waren Notdienstvereinbarungen mit den Kliniken getroffen worden, um das Wohl der Patienten nicht zu gefährden.

Verdi will für die Beschäftigten in der Pflege, in Küchen oder beim Reinigungspersonal erreichen, dass sich die Arbeitsbedingungen in den Kliniken mit einem „Tarifvertrag Entlastung“ verbessern. Dieser soll eine ver­bindliche Personalbemessung für verschiedene Bereiche, Stationen und Berufsgruppen festlegen. Auch die Auszubildenden sollen über einen Tarifvertrag bessere Ausbildungsbedingungen erhalten.

Für den kommenden Samstag (12 Uhr) hat Verdi unter dem Motto „Wir für euch, ihr für uns“ zu einer Großde­monstration in Düsseldorf vor dem Haus des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) aufgerufen. Eine Ab­schlusskundgebung ist auf der Wiese vor dem Düsseldorfer Landtag (14 Uhr) geplant. Am Freitagabend (18.30 Uhr) soll es eine Diskussion zwischen Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD), einer Intensivpfle­gerin und einer auszubildenden Pflegefachfrau der Uni-Klinik Köln zum Thema geben.

Nach Angaben von Verdi-Landesleiterin Gabriele Schmidt hat es bisher kein konkretes Angebot oder einen Vorschlag für einen Verhandlungstermin durch die AdL gegeben. „Wir sind jetzt nicht mehr in der Situation, dass wir zu Warnstreiks aufrufen, sondern zu richtigen Streiks“, hatte Schmidt am Montag erklärt. © dpa/aerzteblatt.de

Kommentare

Die Kommentarfunktion steht zur Zeit nicht zur Verfügung.
LNS
LNS LNS

Fachgebiet

Stellenangebote

    Weitere...

    Aktuelle Kommentare

    Archiv

    NEWSLETTER