NewsPolitik224 Arztpraxen haben bisher ein E-Rezept ausgestellt
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Politik

224 Arztpraxen haben bisher ein E-Rezept ausgestellt

Donnerstag, 12. Mai 2022

/picture alliance, Bernd Weissbrod

Berlin – Bundesweit haben Stand heute 224 Arztpraxen mittlerweile ein elektronisches Rezept (E-Rezept) aus­gestellt. Die Gesamtzahl der E-Rezepte beläuft sich aktuell auf 15.539. Das teilte das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) heute dem Deutschen Ärzteblatt auf Nachfrage mit.

Die Zahl der eingelösten E-Rezepte ist online abrufbar. Die Daten dazu, wie viele Arztpraxen diesen neuen elektronischen Weg bisher genutzt haben, nicht. Die Gematik hatte zuletzt mitgeteilt, sie könne keine Angaben dazu machen, wie viele Arztpraxen von den E-Rezepten Verwendung gemacht haben.

Details sind nach wie vor unklar. So ist unbekannt, wie viele der 224 Arztpraxen den Patienten nur ein E-Re­zept und wie viele diesen möglicherweise schon Hunderte mitgegeben haben. Laut internen Zahlen zweier Anbieter von Praxisverwaltungssystemen (PVS), die dem Deutschen Ärzteblatt vorliegen, stammte bis zum Stichtag 26. April rund die Hälfte aller E-Rezepte aus 65 Arztpraxen.

11.017 E-Rezepte waren bis zu diesem Tag laut Dashboard der Gematik insgesamt verarbeitet worden. Über die PVS beider Softwarehäuser waren jeweils rund 2.700 elektronische Verordnungen erstellt worden. Die kamen im Fall des ersten Anbieters aus 47 Praxen, im Fall des zweiten aus 18 Praxen.

Die Gematik hatte zum 20. April des Jahres 10.000 eingelös­te E-Rezepte verzeichnet. Der „beflügelte Anstieg bei aus­gestell­ten und eingelös­ten E-Rezepten in den vergangenen Tagen“ weise darauf hin, dass Praxen und Apotheken im Umgang und Prozedere zunehmend routinierter werden, teilte die Gematik damals mit.

Wann das E-Rezept bundesweit verpflichtend eingeführt wird, steht derzeit noch nicht fest. Die Gesellschaf­terversammlung der Gematik konnte sich vorgestern noch nicht auf einen Zeitplan einigen und will das bei ihrer nächsten Sitzung erneut auf die Tagesordnung setzen.

In der Beschlussvorlage der Gesellschafterversammlung war nach Informationen des Deutschen Ärzteblattes eine stufenweise Herangehens­weise vorgeschlagen worden. Demnach war die Umsetzung zunächst in den Bundesländern Schleswig-Holstein und Bayern geplant. Dort sollte das E-Rezept am 1. September 2022 ver­pflichtend werden.

Bei den Kassenärztlichen Vereinigungen Bayerns und Schleswig-Holsteins löste das Protest aus. Man sei da­rüber erst gestern erstmals informiert worden, hieß es heute. In beiden Bundesländern seien die technischen Voraussetzungen weder in allen Praxen, noch in allen Apotheken und Kliniken gegeben.

„Eine von der Gematik gesetzte Zielmarke für den Roll-Out-Start von 30.000 Rezepten unter Einbeziehung von nur drei Softwaresystemen reicht lange nicht aus, um eine stabile Funktionsfähigkeit anzuzeigen“, monierte der Vorstandsvorsitzende der KV Bayerns, Wolfgang Krombholz.

Täglich würden in Deutschland fast zwei Millionen Rezepte an Patienten ausgestellt. Es reiche auch nicht, dass angeblich schwere Fehler ausgeräumt seien, denn es seien meist die kleinen Fehler, die die Praxisab­läufe extrem behinderten.

Monika Schliffke, Vorstandsvorsitzende der KVSH, sprach von einem „Kommunikations-GAU erster Klasse“. Das Vorgehen zeige wie weit Bundesgesundheitsministerium und Gematik von Praxisabläufen entfernt sei­en.

Heute verwies die Gematik darauf, dass immer mehr Apotheken E-Rezepte verarbeiten können. Um einen besseren Überblick darüber zu erhalten, zeige man ab sofort auf einer Deutschlandkarte alle Apotheken, die den eigenen Angaben nach „E-Rezept-ready“ sind.

Die Karte basiert auf Informationen zum E-Rezept-Status, die die Apotheken im Portal des Deutschen Apothe­kerverbands (DAV) bereitstellen. Bisher konnte diese Information nur über die E-Rezept App der Gematik abgerufen werden.

Nach aktuellen Stand der Karte können bei rund 4.500 Apotheken E-Rezepte über die App oder vor Ort einge­löst werden. Technisch ausgestattet und vorbereitet sind weitere rund 4.500 Apotheken und laut Aussagen einzelner Hersteller ist die Ausstattung weiterer Apotheken in den kommenden Wochen geplant. © may/lau/aerzteblatt.de

Themen:

Kommentare

Die Kommentarfunktion steht zur Zeit nicht zur Verfügung.
LNS
LNS

Fachgebiet

Stellenangebote

    Weitere...

    Aktuelle Kommentare

    Archiv

    NEWSLETTER