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Ausland

Aufruf zu Demonstrationen für Recht auf Schwangerschafts­abbrüche

Freitag, 6. Mai 2022

/picture alliance, ASSOCIATED PRESS,. Daniel Shular

Washington – Angesichts der drohenden Aufhebung eines Grundsatzurteils zum Schutz des Abtreibungsrechts in den USA haben Frauenorganisationen zu landesweiten Protesten aufgerufen.

Am Samstag kommender Woche sind Märsche in den Großstädten New York, Washington, Chicago und Los Angeles geplant, wie Kelley Robinson von Planned Parenthood gestern sagte. „Wir erwarten dabei hundert­tausende Menschen.“ Außerdem seien hunderte weitere Veranstaltungen im ganzen Land geplant.

„Wir werden landesweit unsere Empörung zum Ausdruck bringen“, sagte Robinson, deren Organisation zahl­reiche Kliniken betreibt, die Abbrüche vornehmen. „Wir können uns nicht den Luxus leisten, Zeit zu ver­schwen­den. Wir handeln jetzt.“ Rachel Carmona von der Organisation Women's March sagte, die Demonstra­tionen am 14. Mai seien erst der Anfang. „Das wird ein Sommer der Wut.“

Das Nachrichtenportal Politico hatte am vergangenen Montag einen durchgestochenen Urteilsentwurf des Obersten US-Gerichtshof veröffentlicht, der das landesweit geltende Grundrecht auf Schwangerschaftsab­brüche abschaffen würde.

Die konservative Mehrheit am Supreme Court will demnach das seit fast 50 Jahren geltende Grundsatzurteil „Roe v. Wade“ kippen, das ein solches Grundrecht auf Schwangerschaftsabbrüche verankert hatte.

Die Enthüllung stieß bei Frauenrechtsorganisationen und bei Politikern der Demokratischen Partei von Präsi­dent Joe Biden auf empörte Reaktionen. Bereits unmittelbar nach Veröffentlichung des „Politico“-Berichts versammelten sich Demonstranten vor dem Supreme Court in Washington.

Der Gerichtshof hat die Echtheit des Urteilsentwurfs bestätigt, zugleich aber betont, es handle sich noch nicht um eine endgültige Entscheidung. Das Urteil wird Ende Juni erwartet.

Ein Aus für „Roe v. Wade“ würde den Bundesstaaten freie Hand bei Gesetzen zum Abtreibungsrecht lassen. Rund die Hälfte der 50 Bundesstaaten dürfte das Recht auf Schwangerschaftsabbrüche in der Folge abschaffen oder stark einschränken. © afp/aerzteblatt.de

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