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Omikron-Subvariante BA.2 legt zu, andere Varianten selten

Freitag, 6. Mai 2022

/Monkey Business, stock.adobe.com

Berlin – Die schon seit Wochen in Deutschland stark dominierende Omikron-Subvariante BA.2 hat nach Daten des Robert-Koch-Instituts (RKI) zuletzt noch einmal zugelegt. Ihr Anteil habe nach jüngsten Erkenntnissen – einer Stichprobe von vorletzter Woche – knapp 98 Prozent betragen, wie im RKI-Wochenbericht von gestern Abend ausgewiesen ist.

Der zuvor für die meisten Coronaansteckungen verantwortliche Subtyp BA.1 liegt demnach nur noch bei un­ter zwei Prozent, die relativ neu aufgekommenen Omikron-Sublinien BA.4 und BA.5 spielen nach den Daten bisher eine untergeordnete Rolle.

So wird BA.4 mit einem Anteil von 0,1 Prozent gelistet, BA.5 mit 0,3 Prozent. Mischvarianten seien „bisher nur vereinzelt nachgewiesen“ worden, heißt es. In Deutschland wird nur bei einem kleinen Teil positiver Proben das Erbgut komplett untersucht.

Im Wochenbericht halten die RKI-Experten zudem fest, dass die Sieben-Tage-Inzidenz in der vergangenen Woche im Vergleich zu der davor weiter gesunken sei – nämlich um 19 Prozent. Auch die Zahl von auf einer Intensivstation behandelten Personen mit COVID-19-Diagnose sei weiter gesunken, die Zahl der Todesfälle habe ebenso abgenommen.

Seine Risikobewertung der aktuellen Corona-Lage in Deutschland senkte das Institut um eine Stufe. Die derzeitige Gefährdung durch COVID-19 für die Gesundheit der Bevölkerung schätze die Behörde nun insgesamt als „hoch“ ein. Zuvor war das Risiko noch als „sehr hoch“ bewertet worden.

„Der Infektionsdruck bleibt trotzdem mit knapp 600.000 innerhalb der letzten Woche an das RKI übermittel­ten COVID-19-Fällen weiterhin hoch“, mahnen sie. Die Impfung habe nach wie vor mit ihrer starken Schutz­wirkung gegen schwere Verläufe eine große Bedeutung.

Zur Impfkampagne halten die Experten fest, dass die Mehrzahl der aktuell verabreichten Impfungen zweite Auffrischimpfungen seien. Damit sollen sich laut RKI und Ständiger Impfkommission insbesondere Risiko­gruppen und Menschen ab 70 Jahren vor einer schweren Erkrankung schützen. Die erste Auffrischimpfung, die breiter empfohlen ist, haben laut Bericht aktuell erst knapp 60 Prozent aller Menschen in Deutschland erhalten.

Auch der Vorsitzende der Ständigen Impfkommission (STIKO) Thomas Mertens hebt den Nutzen der vierten Impfung hervor. „Wir müssen damit rechnen, dass das Infektionsrisiko im Herbst wieder ansteigt“, sagte Mer­tens den Zeitungen der Funke Mediengruppe heute. Menschen über 70 Jahre und andere mit besonderem Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf rief er auf, nun die Zeit zu nutzen, ihren Schutz durch eine vierte Impfung zu verbessern.

„Sie sollten nicht darauf warten, bis ein an die Omikron-Variante angepasster Impfstoff kommt“, mahnte er. Weitere Daten belegten inzwischen, dass ein zweiter Booster für diese Gruppe sehr sinnvoll sei.

Mit Blick auf den weiteren Verlauf der Pandemie verweist der RKI-Bericht erneut darauf, dass die Entwicklung vor allem davon abhänge, ob sich weite Teile der Bevölkerung umsichtig und rücksichtsvoll verhielten und die bekannten Empfehlungen zum Infektionsschutz umsetzten.

„Aktuell tragen auch saisonale Effekte dazu bei, die Übertragungen zu reduzieren“, schreiben die Autoren vor dem Hintergrund steigender Temperaturen und vermehrter Aktivität im Freien. © dpa/aerzteblatt.de

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