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Europas Rolle auf dem internationalen Drogenmarkt wächst

Freitag, 6. Mai 2022

/Rainer Fuhrmann, stock.adobe.com

Brüssel – Europa spielt eine wachsende Rolle beim internationalen Drogenhandel, insbesondere mit Kokain und Methamphetamin. Dabei schaffe die Zusammenarbeit zwischen kriminellen Gruppen weltweit neue Sicherheitsbedrohungen und erweitere den Markt, heißt es in einem heute veröffentlichten Bericht der EU-Drogenbeobachtungsstelle (EMCDDA) und der Polizeibehörde Europol.

Die Analysen zeigten einen großen und expandierenden Kokainmarkt und einen derzeit kleinen, aber stetig wachsenden Markt für Methamphetamin. Laut Alexis Goosdeel, Direktor des EMCDDA, stieg die Verfügbarkeit von Drogen auf Rekordhöhe. Auch Gewalt und Korruption sowie Gesundheitsprobleme hätten zugenommen.

Angetrieben werde die Entwicklung durch eine engere Kooperation zwischen europäischen und internatio­nalen Kartellen. Europäische Behörden müssten sensibler auf Marktsignale reagieren und ihre Maßnahmen innerhalb Europas sowie mit den Erzeuger- und Transitländern besser koordinieren, mahnte Goosdeel.

Der Bericht spricht von einer „historisch hohen Verfügbarkeit“ von Kokain auf dem europäischen Markt. Europa sei auch Transitzone für Kokain, das für den Nahen Osten und Asien bestimmt sei. Während die Herstellung nach wie vor größtenteils in Kolumbien, Bolivien und Peru erfolge, finde die Kokainverarbeitung vermehrt in­nerhalb Europas statt, hauptsächlich in Belgien, Spanien und den Niederlanden. Neue rauchbare Kokainpro­dukte wie Crack bärgen erhebliche gesundheitliche und soziale Risiken.

Die Studie schätzt das Marktvolumen von Kokain, der nach Cannabis am zweithäufigsten konsumierten illega­len Droge in der EU, auf 10,5 Milliarden Euro. 2020 sei eine Rekordmenge von 214,6 Tonnen Kokain sicherge­stellt worden, was auf eine hohe Verfügbarkeit der Droge hindeute. Die Einfuhr verlagere sich stärker auf Häfen in Osteuropa und der Türkei.

Auch warnten die Behörden vor einer steigenden Gefahr durch Methamphetamin. Zwar spiele das am häufigsten konsumierte synthetische Stimulans der Welt auf dem europäischen Markt bislang eine geringe Rolle, aber Verfügbarkeit und Verbreitung nähmen zu.

Die sichergestellten Mengen von Methamphetamin hätten sich von 2010 bis 2020 fast verfünffacht. Die entstehende Methamphetaminindustrie in Afghanistan stelle angesichts der niedrigen Großhandelspreise und etablierter Schmuggelrouten nach Europa eine Bedrohung für die EU dar. © kna/aerzteblatt.de

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