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Ärzteschaft

Bundesärztekammer warnt vor Ärztemangel

Montag, 9. Mai 2022

/Jürgen Fälchle, stock.adobe.com

Berlin – Das leichte Wachstum bei der Zahl der Ärztinnen und Ärzte reichte bei weitem nicht aus, um den Behandlungsbedarf einer Gesellschaft des langen Lebens auf Dauer zu decken. Dies betonte Klaus Reinhardt, Präsident der Bundesärztekammer (BÄK), mit Blick auf die Ergebnisse der aktuellen Ärztestatistik.

„Dieser besorgniserregenden Entwicklung dürfen Bund und Länder nicht länger tatenlos zusehen. Was wir jetzt brauchen, sind eine konsequente Nachwuchsför­derung und bessere Ausbildungsbedingungen im ärztlichen Bereich“, sagte Reinhardt.

Wie aus den BÄK-Daten hervorgeht, waren im Jahr 2021 bei den Landesärzte­kammern insgesamt 416.120 berufstätige Ärzte gemeldet. Damit stieg die Zahl zwar wie bereits im Vorjahr um 1,7 Prozent beziehungsweise um rund 7.000 Personen. Der Zuwachs blieb damit jedoch unter dem von 2019 (+2,5 Prozent).

Trotz leicht gestiegenen Ausbildungsplatzkapazitäten an Deutschlands medizinischen Fakultäten sei laut BÄK zweifelhaft, ob das deutsche Bildungssystem eine ausreichende Zahl an Ärzten hervorbringt, damit die der Versorgung zur Verfügung stehende ärztliche Arbeitszeit in Zukunft ausreichen wird.

Ärztestatistik: Aktive Nachwuchsförderung dringend notwendig

Die Zahl der Ärztinnen und Ärzte nimmt nur langsam zu. Auch die zunehmende Zahl an Medizinern ohne ärztliche Tätigkeit setzt die Versorgungslandschaft durch eine Reduktion der verfügbaren ärztlichen Arbeitszeit unter Druck. Auch im zweiten Jahr der SARS-CoV-2-Pandemie blieb die Entwicklung der Zahl der Ärztinnen und Ärzte in Deutschland hinter den Erwartungen zurück. Dies legt eine Auswertung

Denn nach wie vor schlage sich die gesamtgesellschaftliche Entwicklung hin zu mehr Teilzeitarbeit und weniger Überstunden auch in der Ärzteschaft nieder. Dadurch seien mehr Köpfe nötig, um die freien Stellen in der medizinischen Versorgung zu besetzen und die Zahl der zur Verfügung stehenden Arztstunden konstant zu halten – und das bei steigenden Behandlungszahlen.

Nach Angaben der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG) wuchs die Zahl der Behandlungsfälle in den Krankenhäusern zwischen 1991 und 2019 von 14,6 auf 19,4 Millionen. Hinzu kommen laut Kassenärztlicher Bundesvereinigung (KBV) etwa eine Milliarde Arztkontakte jährlich in den Praxen.

Die BÄK verweist auf ein zweites Problem: Die Gesellschaft wird älter, und mit ihr auch die Ärzteschaft. Jeder fünfte Arzt steht unmittelbar vor dem Ruhestand. Über 13 Prozent der Ärzte gehören der Altersgruppe der 60- bis 65-jährigen an; weitere 8,5 Prozent haben das 65. Lebensjahr bereits überschritten. Damit verschärft sich die ohnehin angespannte Personalsituation in Kliniken und Praxen in den nächsten Jahren noch weiter.

„Die Coronapandemie zeigt ganz deutlich, wie kurz die Personaldecke im Gesund­heits­wesen schon heute ist – in den Pflegeberufen genauso wie bei den Ärztinnen und Ärzten in den Praxen, Krankenhäusern und Gesundheitsämtern“, warnte Reinhardt.

Der enorme Einsatz der Kolleginnen und Kollegen habe in den vergangenen zwei Jahren einen Zusammenbruch der medizinischen Versorgung verhindert. Die Politik müsse daraus endlich die Konsequenzen ziehen und wirksame Maßnahmen gegen den Ärztemangel ergreifen.

„Dazu gehören neben mehr Studienplätzen in der Humanmedizin auch attraktive berufliche Rahmenbedingungen, um junge Ärztinnen und Ärzte in der kurativen Medizin zu halten“, fordert der BÄK-Präsident. © aha/EB/aerzteblatt.de

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