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Medizin

Renale Denervation Therapieoption bei Formen von Bluthochdruck

Montag, 16. Mai 2022

/forma82, stock.adobe.com

Heidelberg/Homburg – Die renale Denervierung könnte eine effektive Zusatz­therapie für Menschen mit Bluthochdruck sein, bei denen eine medikamentöse Therapie mit Antihypertensiva nicht ausreichend wirkt.

Auf eine entsprechende Studie in der Fachzeitschrift Lancet weist die Deutsche Hochdruckliga hin (2022; DOI: 10.1016/S0140-6736(22)00455-X).

Die Studie schloss Teilnehmer aus 25 Zentren in den USA, Deutschland, Japan, Großbritannien, Australien, Österreich und Griechenland ein. Die Patientinnen und Patienten hatten eine therapieresistente Hypertonie: Ihre systolischen Werte lagen trotz der Einnahme von bis zu 3 Antihypertensiva in der 24-Stunden-Messung zwischen 140 und 170 mm Hg.

Sie erhielten eine renale Angiografie und wurden zu gleichen Teilen in 2 Gruppen randomisiert und entweder mit einer renalen Radiofrequenzdenervation (n=38) oder in der Kontrollgruppe mit einem Scheineingriff (n=42) behandelt. Primärer Endpunkt war der Unterschied im systolischen mittleren 24-Stunden-Blutdruck zwischen beiden Gruppen nach 6 Monaten.

Erste Ergebnisse der Studie wurden bereits im Jahr 2018 publiziert (Lancet, 2018; DOI: 10.1016/S0140-6736(18)30951-6). Sie zeigten unter anderem ein Absinken des mittleren systolischen 24-Stunden-Blutdrucks in der Denervierungsgruppe um 9,3 mm Hg und um 1,6 mm Hg in der Kontrollgruppe. Der mittlere diastolische 24-Stunden-Blutdruck sank in der Interventionsgruppe um 6,0 mm Hg und in der Kontrollgruppe um 1,9 mm Hg.

Bislang war laut der Arbeitsgruppe aber nicht klar, ob die beobachtete Senkung auch längerfristig anhält oder nicht. Langzeitergebnisse konnten dies aber jetzt bestätigen:

Nach 36 Monaten war der mittlere systolische Blutdruck in der Denervierungs­gruppe (n=30) um durchschnittlich 18,7 mm Hg gesunken – gegenüber 8,6 mm Hg in der Kontrollgruppe (n=32). Der Unterschied war signifikant (p=0,0039). Auch der mittlere diastolische Blutdruck war signifikant niedriger (minus 5,9 mm Hg; p=0,0055).

„Die renale Radiofrequenzdenervierung resultierte verglichen mit dem Scheinein­griff über die gesamte Nachbeobachtungszeit von 36 Monaten in einer statistisch signifikanten, anhaltenden Blutdrucksenkung, sogar bei geringerer Therapietreue im Hinblick auf die blutdrucksenkende Basismedikation“, erläuterte Joachim Weil aus dem Vorstand der Deutschen Hochdruckliga. © hil/aerzteblatt.de

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Kommentare

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Avatar #106067
dr.med.thomas.g.schaetzler
am Freitag, 27. Mai 2022, 18:47

Renale Denervation auch als "add on" umstritten

Was bringt es, wenn im Vergleich zur Kontrollgruppe mit Scheinprozedur der mittlere systolische 24-Stunden-Blutdruck in der Gruppe mit RDN nach drei Jahren signifikant nur um 10 mmHg stärker gesenkt wurde (–18,7 mmHg vs. –8,6 mmHg, p=0,004)? Und beim diastolischen Blutdruck der Wert nach Denervation im Mittel nur um 5,9 mmHg niedriger (p=0,005) war?

Bei der Praxisblutdruckmessung war die RDN zu diesem Zeitpunkt mit einer nicht mehr ganz so signifikanten, zumindest numerisch um 8,2 mmHg stärkeren Senkung der systolischen Werte assoziiert (p=0,07)?

Dass mit dem katheterbasierten Verfahren der renalen Denervation ein erhöhter Blutdruck bis zu drei Jahre lang in relevantem Maß lediglich additiv zum Effekt antihypertensiver Medikamente wirkt, lässt eine interventionelle Übertherapie vermuten, die auch auf anderen Wegen hätte erreicht werden können.

Mf+kG, Ihr Dr. med. Thomas G. Schätzler, Facharzt für Allgemeinmedizin in Dortmund
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