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Medizin

Jüngeres Alter bei Krebspatienten mit erhöhtem Sterberisiko bei COVID-19 assoziiert

Dienstag, 10. Mai 2022

/Pixel-Shot, stock.adobe.com

Liverpool – Krebspatienten haben ein höheres Risiko, an COVID-19 zu sterben, als Menschen ohne Krebs. Dies gilt insbesondere, wenn sie noch jünger sind, Lungenkrebs oder eine hämatologische Krebserkrankung haben und mit einer Chemotherapie behandelt werden.

Dies zeigt eine Metaanalyse von 81 Studien in JAMA Network Open (DOI :10.1001/jamanetworkopen.2022.10880).

„Angesichts dieser Daten könnten jüngere Patienten unter bestimmten Voraussetzungen eine Hochrisikopopulation für schwere Verläufe von COVID-19 darstellen“, schreiben Erstautorin Emma Khoury vom Department of Molecular and Clinical Cancer Medicine an der University of Liverpool und ihre Kollegen.

An den 81 Studien hatten insgesamt 61.532 Krebspatienten teilgenommen, ein Teil der Studien umfassten auch Kontrollpatienten ohne Krebserkrankung. Von 58.849 Patienten mit verfügbaren Daten wurden letztlich 30.557 Männer (52 %) im Alter von 35-74 Jahren in die Analyse eingeschlossen.

Assoziation mit Alter und Krebsform

Das relative Risiko, an COVID-19 zu sterben, betrug bei Patienten mit Krebs versus Kontrollpatienten – nach Matching von Alter und Geschlecht – 1,69 (95-%-KI 1,46-1,95; p<0,001). Mit zunehmendem Alter nahm das relative Sterberisiko der Krebspatienten ab (RR 0,96 [95-%-KI 0,92-0,99]; p= 0,03).

Im Vergleich zu anderen Krebserkrankungen waren Lungenkrebs (RR 1,68 [95-%-KI 1,45-1,94]; p<0,001) und hämatologische Krebserkrankungen (RR 1,42 [95-%-KI 1,31-1,54]; p< 0,001) mit einem höheren Sterberisiko assoziiert. Zwar wurde auch für Urogenitaltumore ein erhöhtes Risiko gefunden (RR 1,11 [95-%-KI 1,00-1,24]; p=0,06), aber der Unterschied zu den Kontrollpatienten war nicht signifikant.

Brustkrebs (RR 0,51 [95-%-KI 0,36-0,71]; p<0,001) und gynäkologische Krebserkrankungen
(RR 0,76 [95-%-KI 0,62-0,93]; p=0,009) waren dagegen mit einem geringeren COVID-19-Sterberisiko assoziiert.

Therapie spielt ebenfalls eine Rolle

Nicht nur das Alter und die Form der Krebserkrankung, auch die Art der Behandlung spielte bei einer COVID-19-Erkrankung eine Rolle: Mit der höchsten gepoolten Gesamtfatalitätsrate von 30 % war die Chemotherapie assoziiert (95-%-KI 25 %-36 %). Bei einer endokrinen Therapie war die gepoolte Gesamtfatalitätsrate dagegen mit 11 % am niedrigsten (95-%-KI 6 %-16 %;). © nec/aerzteblatt.de

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