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Medizin

Spezifische BMI-Grenzen nach ethnischer Zugehörigkeit optimieren Diabetesscreening

Montag, 16. Mai 2022

/Andrey Popov, stock.adobe.com

Massachusetts (USA) – Adjustierte BMI-Grenzwerte nach ethnischer Zugehörigkeit haben das Poten­zial, Risikopatienten früher zu erkennen und die gesundheitliche Chancengleichheit zu optimie­ren. Laut amerikanischer Standards von 2021 erfolgt ein Screening auf Diabetes bei Erwachsenen im Alter von 35 bis 70 Jahren ab einem Body-Mass-Index (BMI) von 25 kg/m2. Ethnische Minderheiten, die in den Vereinigten Staaten (USA) leben, weisen jedoch eine höhere Rate an Diabetes auf im Vergleich zur weißen Bevölkerung.

In dieser Querschnittstudie (Annals of Internal Medicine, 2022; DOI: 10.7326/M20-8079) wurde unter­sucht, ob die BMI-Schwelle von 25 für das Diabetes-Screening auch für die häufigsten ethnischen Min­derheiten in den USA überhaupt geeignet ist. Zur Analyse wurden US-Bürger im Alter von 18 bis 70 Jahren (n=19.335) eingeschlossen.

Bei Erwachsenen im Alter von 35 Jahren mit einem BMI von 25 kg/m2 lag die Diabetesprävalenz bei Amerikanern asiatischer Abstammung mit 3,8 % [95-%-KI, 2,8 %-5,1 %]), bei Afro-Amerikanern mit 3,5 % [KI, 2,7 %-4,7 %]) und Amerikanern spanischer Herkunft mit 3,0 % [KI, 2,1 %-4,2 %]) signifikant höher als bei weißen Amerikanern (1,4 % [KI, 1,0 %-2,0 %]).

Daher berechneten die Studienautoren für diese ethnischen Minderheiten eigene, adjustierte Screeningschwellenwerte, die durchweg wesentlich geringer ausfielen.

Für Amerikaner asiatischer Abstammung lag der äquivalente Wert bei 20 kg/m2 (Bereich <18,5 bis 23 kg/m2), 18,5 kg/m2 (Bereich <18,5 bis 23 kg/m2) für Afro-Amerikaner und für Amerikaner spanischer Herkunft ebenfalls bei 18,5 kg/m2 (Bereich <18,5 bis 24 kg/m2). Allerdings ließ die Stichprobengröße keine weitere Differenzierung der Heterogenität innerhalb einer ethnischen Gruppe zu, betonen die Studienautoren.

In der amerikanischen Bevölkerung würden nach Ethnie adjustierte BMI-Schwellenwerte Disparitäten im Diabetes-Screening effektiv reduzieren, so das Fazit der Studienautoren.

Die adjustierten Schwellenwerte für ein Diabetes-Screening sind für 35-jährige Afroamerikaner und Amerikaner spanischer Herkunft ab einem BMI von 18,5 und für Amerikaner asiatischer Herkunft ab 20 anzusetzen.

Disparitäten in der gesundheitlichen Chancengleichheit im Bereich Diabetes sind bereits im Kindesalter zu verzeichnen. So haben insbesondere Kinder afro-amerikanischer Herkunft mit Typ-1-Diabetes aus den USA häufiger Diabetes-bedingte Komplikationen, wie beispielsweise Ketoazidose, akute Nierenschädigung oder Hirnödem als beispielsweise Gleichaltrige spanischer Herkunft oder aus der weißen Bevölkerung.

Diese Ergebnisse stützten die Bedeutung Interventionen bei Diabetespatienten bereits im Kindesalter Ethnien-spezifisch anzupassen (JAMA Network Open, 2022; DOI: 10.1001/jamanetworkopen.2022.10456). © cw/aerzteblatt.de

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