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Extreme Hitze in Indien und Pakistan könnte viele Todesopfer fordern

Montag, 9. Mai 2022

/Chinnapong, stock.adobe.com

Paris – Seit zwei Monaten leiden die Menschen in Indien und Pakistan unter einer beispiellosen Hitzewelle mit Temperaturen von über 40 Grad. Mehr als eine Milliarde Menschen sind betroffen. Abgesehen von gesundheitlichen Beschwerden sind auch schwerwiegende wirtschaftliche Folgen zu erwarten.

„Diese Hitzewelle könnte tausende Menschen töten“, warnt Robert Rohde vom US-Klimaanalyseinstitut Berkeley Earth mit Blick auf die hohen Temperaturen seit März. Es wird noch etwas Zeit vergehen, bis die genaue Zahl der Opfer, insbeson­dere unter alten sowie armen Menschen, feststeht.

Nach Angaben der indischen Regierung hat die Sterblichkeit durch Hitze in Indien seit 1980 um mehr als 60 Prozent zugenommen. Zuletzt gab es 2015 und 2019 Hitzewellen mit vielen Todesopfern.

Der Chef der Weltorganisation für Meteorologie (WMO), Petteri Taalas, spricht von einer „Kaskade der Auswirkungen“ der Hitze auf die Landwirtschaft sowie die Wasser- und Energieversorgung. Überdies verschlechtert sich die Luftqualität durch die hohen Temperaturen, und das Brandrisiko steigt.

Aus Sicht von Klimaforschern sind die zunehmenden Hitzewellen in Südasien eine Katastrophe mit Ansage. „Mich überrascht, dass die meisten Leute schockiert sind, obwohl wir sie seit langem gewarnt haben, dass sich solche Katastrophen anbahnen“, sagt etwa der Biologe Camilo Mora von der University of Hawaii. „Diese Erdregion und die meisten tropischen Gebiete zählen zu den Gebieten, die am anfälligsten für Hitze sind.“

In einer viel beachteten Studie aus dem Jahr 2017 hatten Mora und sein Team prognostiziert, dass bis zum Ende dieses Jahrhunderts fast die Hälfte der Erdbevölkerung mindestens 20 Tage jährlich einer „tödlichen Hitze“ ausgesetzt sein wird.

Dies gilt demnach auch dann, wenn die Erderwärmung auf zwei Grad im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter begrenzt würde. Derzeit steuert die Welt laut Weltklimarat IPCC jedoch auf eine Erwärmung um 2,8 Grad zu. © afp/aerzteblatt.de

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