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Die optimale Schlafdauer ist individuell

Dienstag, 10. Mai 2022

/Syda Productions, stock.adobe.com

Jena – Erwachsene sollten die Dauer ihres Nachtschlafs dem individuellen Schlafbedürfnis anpassen und nicht vermeintlichen Zeitvorgaben von zum Beispiel sieben Stunden starr folgen. Diese Einschätzung vertritt die Deutsche Gesellschaft für Schlafforschung und Schlafmedizin (DGSM).

Sie tritt damit Interpretationen einer aktuellen britisch-chinesischen Studie entgegen, die sieben Stunden Schlaf als Idealwert für die kognitive Leistungsfähigkeit, das allgemeine Wohlbefinden und die psychische Gesundheit von Menschen mittleren und höheren Alters nahelege.

Die Studie ist im Fachmagazin Nature Aging erschienen (DOI: 10.1038/s43587-022-00210-2). Die Forscher um Jianfeng Feng von der Fudan University, Shanghai, China, haben rund 500.000 Erwachsene im Alter von 38 bis 73 Jahren in ihre Untersuchung einbezogen.

„Die Längsschnittanalyse ergab, dass sowohl eine unzureichende als auch eine übermäßige Schlafdauer sig­ni­fikant mit einer Verschlechterung der kognitiven Fähigkeiten bei der Nachbeobachtung verbunden waren“, so die Autoren. „Etwa sieben Stunden“ war danach die optimale Schlafdauer. Zu den Hirnregionen, die diesem Zusammenhang am stärksten unterliegen, gehören laut Studie der präzentrale Kortex, der laterale orbitofron­tale Kortex und der Hippocampus.

„Eine ursächliche Verbindung zwischen kurzem beziehungsweise langem Schlaf und den genannten Erkran­kungen beziehungsweise Einschränkungen kann mit dem Studiendesign nicht nachgewiesen werden und die Autorinnen und Autoren der Arbeit behaupten dies auch nicht“, ordnet die DGSM die Studienergebnisse ein.

Dementsprechend sei die Studie kein Hinweis darauf, dass der Versuch, genau sieben Stunden zu schlafen, gesundheitsförderlich sei. „Dies kann sich für Menschen mit einem geringeren oder längeren Schlafbedarf sogar eher gesundheitsschädlich auswirken“, warnt die DGSM.

Der Schlafbedarf sei individuell sehr unterschiedlich und werde genetisch gesteuert. Wichtig sei zudem, dass für den Erholungswert des Schlafes nicht nur die Schlafdauer relevant sei, sondern auch die Schlafqualität. „Es ist nicht ein statistisch gewonnener Mittelwert über 500.000 Probanden auf einzelne Individuen zu verallgemeinern“, betont die Fachgesellschaft. © hil/aerzteblatt.de

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