NewsMedizinRisiko von neuropsychiatrischen Folgeerscheinungen nach schwerer COVID-19- oder Atemwegserkrankung erhöht
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Medizin

Risiko von neuropsychiatrischen Folgeerscheinungen nach schwerer COVID-19- oder Atemwegserkrankung erhöht

Donnerstag, 12. Mai 2022

/Ulia Koltyrina, stock.adobe.com

Oxford – Patienten haben nach einer Hospitalisierung aufgrund einer COVID-19-Infektion ein erhöhtes Risiko für neuropsychiatrische Folgeerscheinungen. Das Risiko ist aber vergleichbar hoch wie nach einem Kranken­hausaufenthalt aufgrund einer anderen schweren akuten Atemwegsinfektion. Dies zeigt eine in JAMA Psy­chiatry veröffentlichte Kohortenstudie mit Daten von mehr als 8 Millionen Erwachsenen in England (DOI: 10.1001/jamapsychiatry.2022.1067).

Von den 4,18 Millionen Frauen und 4,20 Millionen Männern in der Kohortenstudie überlebten 16.679 (0,02 %) eine Hospitalisierung aufgrund einer schweren Atemwegsinfektion (SARI; ICD-10-Ziffern J09-J22) und 32.525 (0,04 %) eine Hospitalisierung aufgrund von COVID-19.

Höheres Risiko für Angststörungen, Depression und Demenz

Im Vergleich zur restlichen Studienpopulation hatten die SARI- und COVID-19-Patienten in den 12 Monaten nach der Entlassung aus dem Krankenhaus ein höheres Risiko für neuropsychiatrische Erkrankungen.

So betrug zum Beispiel die Hazard Ratio (HR) für Angststörungen bei den SARI-Patienten 1,86 (95-%-KI 1,56-2,21) und bei den COVID-19-Patienten 2,36 (95-%-KI 2,03-2,74). Die HR für Demenz betrug nach einer SARI 2,55 (95-%-KI 2,17-3,00) und nach einer COVID-19-Erkrankung 2,63 (95-%-KI 2,21-3,14).

Ähnliche Ergebnisse fanden sich hinsichtlich der Verordnung von Medikamenten: So lag zum Beispiel die HR für eine erste Verordnung von Antidepressiva bei SARI-Patienten bei 2,55 (95-%-KI 2,24-2,90) und bei COVID-19-Patienten bei 3,24 (95-%-KI 2,91-3,61).

Keine Unterschiede zwischen COVID-19 und anderen Atemwegsinfektionen

Zwischen SARI und COVID-19 wurden aber keine signifikanten Unterschiede festgestellt. Dies galt für das Risiko neuropsychiatrischer Diagnosen ebenso wie für die Verordnung von relevanten Medikamenten. Die einzige Ausnahme bildete ein geringeres Risiko für die Verordnung von Antipsychotika nach einer SARI (HR 0,80 [95-%-KI 0,69-0,92]).

„Unsere Kohortenstudie zeigt, dass SARI mit einer signifikanten postakuten neuropsychiatrischen Morbidität einhergehen – und dass COVID-19 hier keine Ausnahme bildet“, schreiben die Autoren. „Die Befunde könnten helfen, Patienten mit schweren Atemwegsinfektionen nach der Entlassung aus dem Krankenhaus besser zu unterstützen, unabhängig vom kausalen Pathogen.“ © nec/aerzteblatt.de

Kommentare

Die Kommentarfunktion steht zur Zeit nicht zur Verfügung.
LNS
VG WortLNS LNS LNS

Fachgebiet

Stellenangebote

    Weitere...

    Aktuelle Kommentare

    Archiv

    NEWSLETTER