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Hepatitis unklarer Genese: WHO untersucht auch Zusammenhang mit COVID-19

Mittwoch, 11. Mai 2022

Hepatitis-Viren /dpa

Genf – Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) fahndet weiter nach den Ursachen der Hepatitiden unklarer Genese bei Kindern. Nach wie vor ist die führende Hypothese für den Auslöser der Erkrankung eine Infektion mit Adenoviren, wie Philippa Easterbrook vom globalen Hepatitis-Programm der WHO gestern ausführte. Es wird aber auch ein möglicher Zusammenhang zwischen COVID-19 und den mysteriösen Hepatitiserkrankun­gen bei Kindern untersucht.

Laut WHO sind inzwischen bereits 348 wahrscheinliche Fälle der Erkrankung mit unbekannter Herkunft in 20 Ländern gemeldet worden. Allein im Vereinigten Königreich sind mehr als 160 Fälle aufgetreten. Dazu kom­men 70 Fälle aus 13 Ländern, die noch nicht abschließend klassifiziert sind.

Insgesamt gibt es bisher aber nur sechs Länder, aus denen mehr als fünf Fälle berichtet wurden, hob Philippa Easterbrook vom globalen Hepatitis-Programm der WHO hervor.

In der vergangenen Woche habe es „einige wichtige Fortschritte“ bei der Untersuchung der Fälle und mögli­cher Ursachen gegeben, erklärte die Expertin. Gegenwärtig seien die führenden Hypothesen diejenigen, die Adenoviren einbeziehen, aber auch die Rolle von COVID-19 entweder als Co-Infektion oder als frühere In­fektion berücksichtigen würden.

Tests in der vergangenen Woche bestätigten, dass etwa 70 Prozent der Hepatitisfälle positiv auf Adenoviren getestet wurden. Dabei ist der Subtyp 41 der vorherrschende. PCR-Untersuchungen haben zudem gezeigt, dass etwa 18 Prozent der Betroffenen COVID-19 haben. Jetzt läge der Fokus auf serologischen Untersuchun­gen, so Easterbrook weiter, um frühere Expositionen gegenüber und Infektionen mit SARS-CoV-2 aufzuspüren.

Bisherige Untersuchungen zeigten laut Easterbrook keine der typischen Merkmale, die bei einer Hepatitis ausgelöst durch Adenoviren erwartet würden. Sie hoffe, dass bald Daten aus einer britischen Fall-Kontrollstu­die vorlägen, in der die Nachweisraten von Adenoviren bei Kindern mit Hepatitis mit denen anderer hospita­lisierten Kinder verglichen wird. Das wäre sehr hilfreich um herauszufinden, ob die Adenovirusinfektionen nur zufällig entdeckt wurden oder ob es einen kausalen Zusammenhang gibt. © afp/aks/aerzteblatt.de

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