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Mehr Transparenz bei Verarbeitung von Gesundheitsdaten nötig

Mittwoch, 11. Mai 2022

/MQ-Illustrations, stock.adobe.com

München – Teilen der Ärzteschaft und vielen Patienten ist die Verarbeitung von Gesundheitsdaten nicht trans­parent genug. Das zeigt eine Bevölkerungsumfrage der Deutschen Akademie der Technikwissenschaften (Acatech) und der Körber-Stiftung. Die Initiatoren haben die Umfrage durch eine Online-Befragung unter Medizinern ergänzt.

Grundsätzlich bewerten viele Menschen in Deutschland den Nutzen der Digitalisierung laut der Umfrage höher als das Risiko: Auf einer Skala von 0 (gar nicht nützlich) bis 10 (sehr nützlich) bewerteten die Befragten den Nutzen der Digitalisierung im Bereich Gesundheit mit 7,5 Punkten, das Risiko lediglich mit 4,6.

Bei der Freigabe von Gesundheitsdaten sind die Deutschen aber verhalten. So lehnt es die Hälfte der Befrag­ten (50,1 Prozent) ab, die eigenen Daten in personalisierter oder anonymisierter Form an private Forschungs­einrichtungen weiterzugeben. Dem Hausarzt, Facharzt oder Krankenhaus würden hingegen mehr als 80 Prozent der Befragten ihre Daten zur Verfügung stellen.

Viele Menschen in Deutschland haben laut der Befragung grundsätzlich Interesse an der elektronischen Patientenakte (ePA): 46,8 Prozent der Befragten haben vor, die ePA zu verwenden. Allerdings kennen 24,4 Prozent der Befragten das Angebot nicht, nur fünf Prozent nutzen es aktuell. 20,2 Prozent der Befragten wollen die ePA aufgrund von Bedenken beim Datenschutz (50 Prozent) und Unklarheiten darüber, wer welche Daten einsehen kann (53 Prozent), nicht nutzen.

Bei einer Befragung von 200 Medizinerinnen und Mediziner zeigte sich: 54,7 Prozent meinen, dass die Vorteile der ePA die Nachteile überwiegen. Aber nur 13,1 Prozent der befragten Ärzte haben Kenntnis darüber, wer auf die digitalen Patientendaten Zugriff hat und welche Daten abgerufen werden.

„Im Gesundheitswesen stehen wir vor völlig neuen Entscheidungen im Umgang mit besonders sensiblen Daten“, sagte Tatjana König, Vorständin der Körber-Stiftung. Dieser Wandel werde nur gelingen, wenn alle Akteure davon überzeugt seien, dass der Nutzen groß sei und die Chancen die Risiken überwögen, betonte sie. © hil/aerzteblatt.de

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