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Gefahr von Altersarmut nimmt in Niedersachsen zu

Donnerstag, 12. Mai 2022

/bilderstoeckchen, stock.adobe.com

Hannover – Die Gefahr von Altersarmut in Niedersachsen hat nach statistischen Angaben zugenommen. Im vergangenen Jahr seien 17,9 Prozent der Menschen über 65 Jahre von Armut gefährdet gewesen. Das teilte das Statistische Landesamt mit. Der Wert liege deutlich über dem Landesdurchschnitt einer Armutsgefähr­dung von 16,8 Prozent. Noch bis 2019 sei die ältere Generation weniger armutsgefährdet gewesen als der Durchschnitt der Bevölkerung.

Die Auswirkungen der Coronapandemie seien schwierig zu beziffern, denn im Jahr 2020 sei die statistische Berechnung umgestellt worden, schrieben die Statistiker heute in Hannover. Der Anstieg bei der Altersar­mutsgefährdung von 15,4 Prozent 2019 auf 17,9 Prozent 2021 sei aber auffällig.

Als armutsgefährdet gilt, wer weniger als 60 Prozent des monatlichen Nettoeinkommens vergleichbarer Haushalte zur Verfügung hat. In absoluten Zahlen galten vergangenes Jahr 1,3 Millionen der 8,0 Millionen Einwohner als armutsgefährdet.

Überdurchschnittlich betroffen waren auch Kinder und Jugendliche (21,0 Prozent) und junge Erwachsene bis 25 Jahre (24,8 Prozent). Die Zahlen stammen den Angaben nach als erste Ergebnisse aus dem Mikrozensus 2021.

„Bei den klassischen betroffenen Personengruppen wie Alleinerziehende, Erwerbslose, Menschen mit Migrati­onshintergrund ändert sich nichts Grundlegendes“, kommentierte die niedersächsische Landesarmutskon­fe­renz (LAK). „Mittlerweile ist sogar die Altersarmut überdurchschnittlich hoch.“

Waren wie Grundnahrungsmittel oder Energie, die für Arme besonders wichtig sind, seien viel teurer geworden. Angesichts von Inflation, Flucht und Krieg, Klimafolgen, Corona und möglicher Rezession sei zu befürchten, dass das soziale Klima rauer werde.

Die LAK fordere eine Erhöhung der Hartz-IV-Sätze auf 600 Euro im Monat, einen sozialen Arbeitsmarkt für Langzeitarbeitslose und eine Vermögensabgabe für Superreiche. © dpa/aerzteblatt.de

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