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Medizin

Genetische Signaturen von Hirnmetastasen bei Prostatakrebs teilweise adressierbar

Freitag, 3. Juni 2022

/freshidea, stock.adobe.com

Bern – Etwa 20 % der Patienten mit hirnmetastasierendem Prostatakrebs könnte von einer Therapie mit PARP-Inhibitoren profitieren.

Verbesserte Überlebensraten bei Prostatakrebs mit modernen Therapieoptionen haben auch zu einer Zunahme von selteneren Vorgängen, wie beispielsweise die Entwicklung von Hirnmetastasen geführt. Sie werden derzeit bei etwa 1,5 % der Fälle als Hirn-metastasierender Prostatakrebs (PCBM) diagnostiziert und sind bislang noch nicht ausreichend zum Beispiel hinsichtlich molekularbiologischer Signaturen erforscht. Hirnmetastasen treten bei anderen Krebsentitäten wesentlich häufiger auf (z. B. 16,3 % bei Lungenkrebs, 9,8 % bei Nierenzellkarzinomen, 7,4 % bei Melanomen oder 5 % bei Mammakarzinom).

Um die PCBM besser zu charakterisieren, untersuchten Wissenschaftler der Universität Bern und Inselspital Bern die molekularbiologische Signatur aus Gewebeproben von 51 PCMB-Patienten (Nature Communications, 2022; DOI: 10.1038/s41467-022-30003-5).

Wenn sich die Studienautoren auf bekannte Defizite in der homologen Rekombination (homologe Rekombinationsdefizienz, HRD) fokussierten, wiesen 9,8 % der Patienten pathogene Veränderungen in BRCA1/2 auf und 19,6 % wiesen entsprechende Signaturen auf, die für eine Therapie mit PARP-Inhibitoren (PARPi) sprechen.

„1 von 5 Patienten mit hirnmetastasierendem Prostatakrebs könnte deshalb von einer Therapie mit diesen gezielten Medikamenten profitieren. Das ist eine positive Nachricht. Denn dadurch steht einer gezielten Behandlung zumindest eines Teils der PCMB-Patienten prinzipiell nichts mehr im Wege“, so die Einschätzung von Seniorstudienautor Prof. Dr. Mark A. Rubin vom Institut for BioMedical Research (DBMR) der Universität Bern.

Diese Studie liefert erste Hinweise darauf, dass ein relevanter Anteil der Männer mit PCBM angesichts der hohen Anteile von HRD-Veränderungen von PARPi profitieren könnte.

Diese Daten unterstreichen eine relevante Prävalenz von HRD bei PCBM, was Auswirkungen auf die Patientenstratifizierung und -behandlung haben wird, so das Fazit der Studienautoren. Ein Teil der PCBM-Patienten sollte zum Beispiel in klinischen Studien zur Bewertung des potenziellen Nutzens von PARPi eingeschlossen werden.

Diese Arbeit liefert zudem eine gute Basis für weitere Untersuchungen aus der Grundlagenforschung, um die Prozesse für die Bildung von Hirnmetastasen besser zu verstehen. Diese Erkenntnisse sollten auch im Kontext zum Metastasierungspotenzial bei anderen Krebsarten gesetzt werden.

„Wenn wir verstehen, wieso beim Prostatakrebs im Vergleich zu anderen Tumorarten weniger Hirnmetastasen auftreten, können wir in Zukunft lernen, welche Änderungen in den Zellen diese bösartig machen“, erklärte Rubin. © cw/aerzteblatt.de

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