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Medizin

Schlaganfälle und Arterios­klerose: Intensive LDL-Choles­terin-Senkung zur Sekundär­prävention

Mittwoch, 6. Juli 2022

/stockdevil, stock.adobe.com

Chiayi – Daten aus einer aktuellen Metaanalyse deuten darauf hin, dass eine intensive LDL-Cholesterin-Sen­kung zur Rezidivprophylaxe nach einem 1. Schlaganfall bei Patienten mit arteriosklerotischen Veränderungen sinnvoll erscheint.

In Deutschland werden jährlich rund 270.000 Schlaganfälle versorgt, die erheblich zur Sterblichkeit und Fol­gebehinderungen in dieser Kohorte beitragen. Häufig Ursachen für Schlaganfälle sind Gefäßverkalkungen (Arteriosklerose) zum Beispiel mit Blutgerinnseln und Plaques.

Zur Prävention arteriosklerotischer Veränderungen spielt die LDL-Cholesterinsen­kung eine wichtige Rolle. Allerdings ist der Nutzen einer intensiven Senkung des LDL-Cholesterins mit statinbasierten Therapien zur Sekundärprävention von Schlaganfällen noch nicht vollständig untersucht.

Daher analysierte eine Arbeitsgruppe aus Taiwan in einer Metaanalyse (JAMA 2022; DOI: 10.1001/jamaneurol.2021.5578) aus randomisierten klinischen Studien, mit welchen Ergebnissen eine in­tensive versus weniger intensive LDL-C-Senkung mit statinbasierten Therapien für Patienten mit stattge­habten ischämischen Schlaganfällen einhergeht.

Zur Auswertung wurden 11 randomisierte klinische Studien mit 20.163 Schlaganfallpatienten (67,0 % Männer; mittleres-Alter, 64,9 [±3,7] Jahre) eingeschlossen, die über durchschnittlich 4 Jahre (Bereich: 1-6,1 Jahre) nachbeobachtet wurden.

Die mittleren LDL-C-Zielspiegel betrugen 79 mg/dl in der Gruppe der intensiveren LDL-Senkung und 119 mg/dl bei den Patientinnen und Patienten, bei denen eine weniger intensive LDL-Senkung erfolgte.

Die gepoolten Ergebnisse zeigten, dass intensivere LDL-C-senkende statinbasierte Therapieregimen mit einem reduzierten Risiko für wiederkehrende Schlaganfälle im Vergleich zu weniger intensiven LDL-C-senkenden statinbasierten Therapien assoziiert waren. So verringerte eine intensivere LDL-C-Senkung das Risiko für Schlaganfallrezidive um 12 % (absolutes Risiko: 8,1 % versus 9.3 %; RR, 0,88; 95 % CI, 0,80-0,96).

Intensivere LDL-C-senkende statinbasierte Therapien waren zwar mit einem reduzierten Risiko für schwere kardiovaskuläre Ereignisse, jedoch mit einem erhöhten Risiko für hämorrhagische Schlaganfälle (Hirnblutun­gen) verbunden, als im Vergleich zu mit weniger intensiven LDL-C-senkenden statinbasierten Therapien. Der Nutzen der Statine war aber deutlich höher als das Blutungsrisiko, betonen die Studienautoren.

Verglichen mit weniger intensiven LDL-C-senkenden statinbasierten Therapien zeigten intensivere Ansätze ein reduziertes Risiko für einen wiederkehrenden Schlaganfall insbesondere bei Patienten mit Atherosklerose (RR, 0,79; 95 % CI, 0,69-0,91), aber nicht in Studien, in denen die meisten Patienten keine Anzeichen von Atherosklerose aufwiesen (RR, 0,95; 95% CI, 0,85-1,07).

Diese Daten zeigen, dass Patienten mit Anzeichen von atherosklerotischen Veränderungen besonders von einem intensiven LDL-C-senkenden Regime profitieren können, so das Fazit der Studienautoren.

„Diese Metaanalyse unterstützt einen niedrigen Zielwert für das LDL-Cholesterin für die Rezidivprophylaxe nach einem 1. Schlaganfall, wenn eine Arteriosklerose nachweisbar ist. Gleichzeitig scheint die intensivierte Statintherapie aber mit einem gering höheren Risiko für Hirnblutungen einherzugehen.

Vermutlich ist es sinnvoll, die Statindosis nicht gänzlich auszureizen, sondern stattdessen zur Lipidsenkung eine Kombination aus Statin und Ezetimib einzusetzen, um die gewünschte LDL-Cholesterinsenkung ohne erhöhtes Blutungsrisiko zu erreichen“, kommentierte Hans Christoph Diener, Professor für Neurologie an der Universitätsklinik Essen und Pressesprecher der Deutschen Gesellschaft für Neurologie (DGN). © cw/aerzteblatt.de

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Kommentare

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Avatar #750963
Spieler
am Mittwoch, 6. Juli 2022, 20:32

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Mittlerweile sollte der Standard der SI-Einheit doch in allen Teilen der Bundesrepublik angekommen sein. Auch dieser Artikel enttäuscht hier.
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