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Medizin

Zweiter Schlaganfall wahrscheinlicher mit komplizierten Plaques in der Halsschlagader

Freitag, 27. Mai 2022

Plaques sind Ablagerungen an den Innenwänden der Blutgefäße, die aus einem Konglomerat aus Fetten, Entzündungszellen und Außenhülle (Kappe) zusammengesetzt sind. Sie verengen zunehmend die Blutgefäße und können sich bei Plaqueruptur auch ablösen, die über die Blutbahn ins Gehirn gelangen und dort Blutgefäße verstopfen. /peterschreiber.media, stock.adobe.com

München – Komplizierte, nicht stenosierende Plaques der Halsschlagader (CAPs) sind eine unterschätzte Ursache für einen Schlaganfall. Denn CAP-Patienten haben ein 2,5-fach erhöhtes Risiko für einen erneuten Schlaganfall oder eine TIA (transiente ischämische Attacke).

Das ist das Fazit der Wissenschaftler des LMU Klinikums in München unter Leitung von Martin Dichgans vom Institut für Schlaganfall- und Demenzforschung und Tobias Saam von der Klinik und Poliklinik für Radiologie.

Ihre Studienergebnisse deuten darauf hin, dass möglicherweise zusätzliche operative Interventionen für diese Kohorte in Frage kommen (Journal of the American College of Cardiology, 2022; DOI: 10.1016/j.jacc.2022.03.376).

Komplizierte Plaques in der Halsschlagader sind Hochrisikoplaques, die durch mindestens eines der folgenden Merkmale gekennzeichnet sind: eine eingerissene Außenhülle (Kappe), eine Einblutung in die Plaque und/oder ein Blutgerinnsel, das außen an der Plaque hängt.

In dieser multizentrischen Studie CAPIAS (Carotid Plaque Imaging in Acute Stroke) wurden prospektiv 196 Patientinnen und Patienten rekrutiert, die einen Schlaganfall erlitten hatten. Komplizierte (AHA-Läsion Typ VI) CAP wurden per kontrastverstärkte Carotismagnetresonanztomografie detektiert, die innerhalb von 10 Tagen nach dem Schlaganfall erfolgte.

Im weiteren Follow-up wurde das Outcome aller Patienten nach 3, 12, 24 und 36 Monaten über insgesamt 3 Jahre hinweg bewertet. Der primäre Endpunkt war ein rezidivierender ischämischer Schlaganfall oder TIA.

Während einer Nachbeobachtungszeit von im median 30 Monaten trat bei 21 Patienten ein rezidivierender ischämischer Schlaganfall oder TIA auf. Rezidivierende Ereignisse waren bei Patienten mit komplizierten Plaques signifikant häufiger als bei Patienten ohne, sowohl in der Gesamtkohorte (-3-Jahres-Inzidenzrate: 9,50 vs. 3,61 pro 100 Patientenjahre; p=0,025) und bei Patienten mit kryptogenem Schlaganfall (10,92 vs. 1,82 pro 100 Patientenjahre; p=0,003).

Eine gerissene faserige Kappe (HR: 4,91; 95-%-KI: 1,31-18,45; p=0,018) und Einblutung in die Plaques (HR: 4,37; 95-%-KI: 1,20-15,97; p=0,026) waren mit einem signifikant erhöhten Risiko für wiederkehrende Ereignisse bei Patienten mit kryptogenem Schlaganfall assoziiert.

Komplizierte, ipsilaterale Plaques gehen mit einem erhöhten Risiko für einen rezidivierende ischämische Schlaganfälle oder TIA einher, schlussfolgern die Studienautoren. Mit der Carotis-Plaquebildgebung können Hochrisikopatienten detektiert werden, die für die Aufnahme in zukünftige Sekundärpräventionsstudien geeignet wären.

„Wir können also erkennen, welche Patienten besonders gefährdet sind, einen erneuten Schlaganfall zu bekommen. Ob diese Menschen anders behandelt oder die Plaques operativ entfernt werden sollten, ist laut Erstautorin Anna Kopczak vom LMU-Institut für Schlaganfall- und Demenzforschung noch unklar. In einer laufenden Studie soll daher untersucht werden, inwiefern Patienten mit einer komplizierten Plaque, die keine hochgradige Verengungen aufweisen, von einer operativen Entfernung zur Sekundärprävention profitieren. © cw/aerzteblatt.de

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