NewsMedizinWelches Biologikum bei schwerem Asthma?
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Medizin

Welches Biologikum bei schwerem Asthma?

Freitag, 27. Mai 2022

/Sherry Young, stock.adobe.com

Leipzig – Zur Reduktion der Krankheitslast bei schwerem Asthma können Biologika erforderlich sein. Welche Kriterien zur Auswahl des geeigneten Biologikums innerhalb dieser heterogenen Patientengruppe angesetzt werden können, diskutierten Pneumologen anlässlich des DGP-Kongresses.

Für die Behandlung von Patienten mit schwerem Asthma sind Biologika einsetzbar zur Reduktion von Exazerbationen und zur Besserung der Lungenfunktion.

Die Nationale Versorgungs Leitlinie (NVL) für die Therapie von Asthma empfiehlt den Einsatz von Biologika in der Behandlungsstufe 5 als mögliche Therapieoption. Verfügbare Biologika richten sich als Antikörper gegen Interleukin (IL)-5 (Mepolizumab, Reslizumab), IL-5R (Benralizumab), IL-4R (Dupilumab) oder IgE (Omalizumab).

Die Auswahl des geeigneten Biologikums für die Asthmatherapie hängt von patientenspezifischen Charakteristika ab, wie beispielsweise hinsichtlich der Biomarkerprofile (Bluteosinophilen, IgE-Spiegel und FeNO) sowie Komorbidität, nannte Stephanie Korn, Internistin und Pneumologin in Mainz. Es sollten immer alle 3 Biomarker mitbestimmt werden, da jedes einzelne das volle Spektrum der Typ-2-Asthmatiker nicht vollständig abbildet, erläuterte Korn.

Zu den Phänotypen des Typ-2-Asthmas zählen das allergische eosinophile Asthma, das nicht-allergische eosinophile Asthma und das nicht-allergische, nicht eosinophile Asthma.

Bei Patienten mit IgE-vermittelten schweren allergischem Asthma und ggf. Komorbidität wie chronisch spontane Urtikaria und chronische Rhinosinusitis (CRS) mit Nasenpolypen (CRSwNP) empfahl die Expertin den Einsatz von Anti-IgE-Antikörper.

Bei schwerem Asthma und moderat bis schwere atopische Dermatitis (AD) und ggf. CRSwNP sowie hohe Bluteosinophilenwerte (≥300 / μl) und FeNO (>20 ppb) wären zum Beispiel Anti-IL-4R-Antikörper geeignet. Anti-IL-5(R)-Antikörper sind eine Option, wenn Asthmapatienten nicht allergisch sind und hohe Bluteosinophilenwerte (≥300 / μl) aufweisen.

Tezepelumab ist ein humaner monoklonaler Antikörper gegen das Zytokin TSLP (thymic stromal lymphopoietin) und eine Option für eine breite Patientenpopulation beliebigen Phänotyps bei schwerem unkontrolliertem Asthma, ergänzte die Expertin.

In einem indirekten Vergleich aus 16 klinischen Studien zeigten alle Biologika (Tezepelumab, Dupilumab, Benralizumab, Mepolizumab, Reslizumab und Omalizumab) eine ähnliche Wirksamkeit, ohne statistisch signifikante Unterschiede hinsichtlich der Reduktion von Exazerbationen (Journal of Medical Economics, 2022; DOI: 10.1080/13696998.2022.2074195).

Die Studienautoren geben jedoch zu bedenken, dass eine gewisse Heterogenität zwischen den Studien bezüglich der Zulassungskriterien und klinisch wichtigen Patientenmerkmalen herrschte. © cw/aerzteblatt.de

Liebe Leserinnen und Leser,

diesen Artikel können Sie mit dem kostenfreien „Mein-DÄ-Zugang“ lesen.

Sind Sie schon registriert, geben Sie einfach Ihre Zugangsdaten ein.

Oder registrieren Sie sich kostenfrei, um exklusiv diesen Beitrag aufzurufen.

Loggen Sie sich auf Mein DÄ ein

E-Mail

Passwort


Mit der Registrierung in „Mein-DÄ“ profitieren Sie von folgenden Vorteilen:

Newsletter
Kostenfreie Newsletter mit täglichen Nachrichten aus Medizin und Politik oder aus bestimmten Fachgebieten
cme
Nehmen Sie an der zertifizierten Fortbildung teil
Merkfunktion
Erstellen Sie Merklisten mit Nachrichten, Artikeln und Videos
Kommentarfunktion und Foren
Kommentieren Sie Nachrichten, Artikel und Videos, nehmen Sie an Diskussionen in den Foren teil
Job-Mail
Erhalten Sie zu Ihrer Ärztestellen-Suche passende Jobs per E-Mail.

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Avatar #736261
Dr. Peter Pommer
am Samstag, 28. Mai 2022, 12:26

Die Frage ist falsch gestellt

Sie müsste lauten: welche phsysiotherpeutische und psychotherapeutische Methode wende ich bei schwerem Asthma an um den Teufelskreis von Atemnot und Angst zu unterbrechen. Danach wird man feststellen, dass bei erfolgreicher psychosomatischer Behandlung "Biologika" meist unnötig sind. Aber damit macht kein Konzern Profit. Deshalb spricht von den bewähhrten und eigentlich wichtigen Therapieansätzen kaum einer.
Avatar #833758
Tom Ernst
am Samstag, 28. Mai 2022, 06:13

Nachfrage

"… einsetzbar zur Reduktion von Exazerbationen und zur Besserung der Lungenfunktion." lässt auf Wirksamkeit auch bei COPD (und/oder COPD-komorbidem Asthma) schließen – wie sieht es damit aus?
LNS
LNS LNS

Fachgebiet

Stellenangebote

    Weitere...

    Aktuelle Kommentare

    Archiv

    NEWSLETTER