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Ärzteschaft

ÖGD: Impfregister möglichst bald wäre wichtig

Donnerstag, 12. Mai 2022

BVÖGD-Vorsitzender Johannes Nießen. /picture alliance, Rolf Vennenbernd

Magdeburg – Die Ärzte der Gesundheitsämter sehen die Etablierung eines zentralen Impfregisters als hilf­reich auch für folgende Pandemien an. „Es ist ganz, ganz wichtig, dass es passiert und eben möglichst bald“, sagte Johannes Nießen, Vorsitzender des Bundesverbandes der Ärztinnen und Ärzte des Öffentlichen Gesund­heitsdienstes (BVÖGD), heute in Magdeburg.

„In Dänemark und England funktioniert das auf Knopfdruck, von jetzt auf gerade kann man das abfragen. Für uns ist das jetzt die Zukunft.“ Aktuell bewältigten die Gesundheitsämter die Kontrolle der Impfpflicht der Be­schäf­tigten in Gesundheits- und Pflegeeinrichtungen. Bei einem wissenschaftlichen Kongress in Magdeburg beraten die Ärzte des Öffentlichen Gesundheitsdienstes (ÖGD) seit heute über die Schlussfolgerungen aus der Coro­napandemie.

„Wir brauchen einen modernen, gut funktionierenden und personell gut ausgestatteten Öffentlichen Gesund­heitsdienst für den Schutz und die Gesunderhaltung unserer Bevölkerung“, sagte Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) in seinem Grußwort zur Eröffnung des ÖGD-Kongresses.

Der Minister begrüßte, dass die Gesundheitsämter aus Mitteln des sogenannten ÖGD-Paktes im vergangenen Jahr neue Mitarbeiter einstellen konnten. Er verwies zudem darauf, dass für den Ausbau der Digitalisierung im ÖGD in diesem Jahr rund 220 Millionen Euro zur Verfügung stehen.

Die personelle Aufstockung der Gesundheitsämter habe bislang recht gut funktioniert – dank des „Pakts für den öffentlichen Gesundheitsdienst“ (ÖGD-Pakt), sagte Nießen. Im vergangenen Jahr seien bundesweit 2.043 Stellen hinzugekommen, davon 25 Prozent Ärzte. Ab diesem Jahr sollten 3.500 Stellen hinzukommen. Das Geld aus dem ÖGD-Pakt sei auf fünf Jahre beschränkt, das Personal werde man aber länger brauchen, sagte Nießen, Amtsleiter im Gesundheitsamt Köln.

Weiterhin sei die Bezahlung der Ärzte in den Gesundheitsämtern ein Hemmnis. Jeder, der im ÖGD arbeiten könne, brauche „eine gewisse Grundform von Idealismus, weil das Gehalt von einem Arzt, einer Ärztin in einem Krankenhaus bis zu 1.000 Euro höher ist“, sagte Nießen. Mit dem Pakt für den ÖGD gebe es die Mög­lichkeit, bis zu zehn Prozent Tarifsteigerungen einzubauen. „Aber nicht jeder Kämmerer macht das dann auch so“, sagte Nießen.

In der Pandemie ist laut dem Verbandsvorsitzenden die Zahl der Ärztinnen und Ärzte im ÖGD von vorher 2.500 auf 3.000 gestiegen. Zuvor seien über 20 Jahre rund 30 Prozent der Arztstellen in den Gesundheitsäm­tern eingespart worden.

Kommunen und Bundesländer sollten die Sommermonate intensiv nutzen, um den ÖGD weiter auszubauen, so Nießen. „Wir sollten im Herbst gut aufgestellt sein, wenn die Infektionszahlen mit SARS-CoV-2 wieder steigen sollten“, betonte der BVÖGD-Vorsitzende.

Er wies daraufhin, dass der ÖGD neben dem Pandemiemanagement viele wichtige andere Aufgabe habe, die in den vergangenen zwei Jahren häufig liegengeblieben seien. Nießen nannte in diesem Zusammenhang Schuleingangsuntersuchungen, Beratungs- und Hilfsangebote für psychisch kranke Menschen und für chronisch kranke sowie körperlich behinderte Menschen. © dpa/aerzteblatt.de

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