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Ausland

Demonstrationen für Recht auf Schwangerschafts­abbrüche in den USA

Montag, 16. Mai 2022

/picture alliance, SOPA Images via ZUMA Press Wire, Paul Weaver

Washington – Für den Erhalt des Rechts auf Schwangerschaftsabbrüche in den USA sind vorgestern zehntausende Menschen auf die Straße gegangen. Im ganzen Land wurden etwa 450 Protestzüge or­ganisiert, darun­ter große Märsche in der Hauptstadt Washington sowie in den Metropolen New York, Chicago, Los An­geles und im texanischen Austin.

Die Teilnehmer riefen Slogans wie „Mein Körper, meine Entschei­dung“. Viele waren als Statement für Frauenrechte in pink gekleidet. Die Demonstranten in der US-Hauptstadt zogen zum Supreme Court, der das landes­weite Recht auf eine Schwangerschaftsabbrüche zu kippen droht.

Im New Yorker Stadtteil Brooklyn versammelten sich etwa 3.000 Menschen hinter einem pinkfarbenen Banner mit der Aufschrift „Unsere Körper. Unsere Zukunft. Unsere Abtreibungen“. Zu den dortigen De­monstranten zählte der Mehrheitsführer im US-Senat, Chuck Schumer, der New Yorker Bürgermeister Eric Adams und andere einflussreiche Demokraten.

Anlass der Proteste ist ein Anfang vergangener Woche durchgesickerter Urteilsentwurf des Obersten Gerichtshofs des Landes. Demnach könnte der Supreme Court das seit fast 50 Jahren geltende Grund­satzurteil „Roe v. Wade“ kippen, das ein Grundrecht auf Abtreibungen verankert hatte.

Weil es kein Bundesgesetz zu diesem Thema gibt, hätten Bundesstaaten in der Folge freie Hand, Ab­brüche zu verbieten oder den Zugang zu Schwanger­schafts­abbrüchen drastisch einzuschränken. Rund die Hälfte der 50 Bundesstaaten dürfte diesen Weg gehen. Dort lebende Frauen müssten für einen Abbruch dann in andere Bundesstaaten reisen, sofern ihnen dies möglich ist.

Gegner arbeiten schon seit Jahrzehnten auf eine Aufhebung von „Roe v. Wade“ hin. Die frühere US-An­wältin Linda Coffee, die vor knapp 50 Jahren in einem bahnbrechenden Verfahren das Grundsatzurteil zum Abtreibungsrecht erstritten hatte, warnte vor den Folgen einer Aufhebung des „Roe v. Wade“-Urteils durch den Obersten Gerichtshof.

Schwangere Frauen, die einen Abbruch vornehmen wollten, könnten künftig große Schwierigkeiten haben, sagte Coffee. „Es wird viel mehr kosten für Menschen, die keine gute Gesundheitsversorgung haben oder arm sind.“ Nur eine Minderheit wolle das Recht auf Schwangerschaftsabbrüche abschaffen, diese sei aber „sehr lautstark“.

Laut einer neuen Umfrage von Politico und Morning Consult ist eine Mehrheit von 53 Prozent der Wäh­ler dagegen, „Roe v. Wade“ zu kippen. Auch viele Unternehmen haben den Verteidigern des Ab­treibungsrechts ihre Unterstützung ausgesprochen. © afp/aerzteblatt.de

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