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Zehntausende Coronaimpfstoffdosen in Niedersachsen abgelaufen

Montag, 16. Mai 2022

/picture alliance, abaca, Durand Thibaut

Hannover – Zehntausende Coronaimpfstoffdosen sind in Niedersachsen wegen abgelaufener Haltbar­keit vernichtet worden. Das ergab eine Umfrage der Deutschen Presseagentur (dpa), die rund 30 Kom­mu­nen in Niedersachsen beantwortet haben.

Nur wenige Kommunen gaben an, dass sie bislang keinen Impfstoff hätten weg­werfen müssen. Meh­rere Kommunen gaben an, dass sie keine Übersicht über vernichtete Präparate führen – etwa die ein­wohnerstarke Region Hannover.

Allein der nahe Hamburg gelegene Landkreis Harburg gab an, bislang mehr als 15.000 Impfdosen weg­geworfen zu haben. Der Großteil musste demnach ab Februar vernichtet werden, nachdem die Impfnachfrage deutlich abgenommen habe. Teil­weise seien die Impfstoffe nur sehr kurz haltbar ge­wesen.

In Braunschweig wurden mehr als 3.000 Impfdosen verworfen. Die Impfdosen sind in der Regel in Vials, kleinen Fläschen enthalten. Dort sind mehrere Impfdosen enthalten. Es werde nicht festgehal­ten, ob aus einem Vial auch alle Impfdosen verabreicht werden. Es würde nur erfasst, wenn ein Vial gar nicht erst angebrochen wird.

Der Landkreis Schaumburg gab an, rund 11.000 Impfdosen vernichtet zu haben, im Landkreis Stade waren es rund 5.000, im Landkreis Nienburg/Weser rund 3.500, im Landkreis Osnabrück rund 3.000, im Landkreis Helmstedt mehr als 2.000 und im Landkreis Lüchow-Dannenberg etwa 1.200. Im Landkreis Cuxhaven wird eigenen Angaben zufolge etwa jede vierte Dosis von Biontech nicht verabreicht.

Viele Kommunen gaben an, dass die Bestellung der Präparate angepasst worden sei oder künftig noch genauer erfolgen soll, um ein Wegwerfen möglichst zu verhin­dern.

Die Stadt Osnabrück teilte indes mit, dass bislang mehr als 1.500 Ampullen von Coronaimpfstoffen weggeworfen werden mussten. Eine Sonderlieferung, die die Stadt Anfang des Jahres erhalten habe, konnte demnach wegen der großen Menge nicht vollständig aufgebraucht werden. Außerdem habe es einen Stromausfall im Impfzentrum gegeben, wodurch Impfdosen weggeworfen werden mussten, da die Kühlkette unterbrochen war.

Das Gesundheitsministerium in Hannover teilte auf Anfrage mit, dass es keine landesweiten Zahlen erhebt, wie viel Impfstoff vernichtet wird, da die Bestellung vor Ort in eigener Zuständigkeit der Impfteams und Gesundheitsämter erfolge.

Die Kassenärztliche Vereinigung (KVN) sagte, dass sie keine Rückmeldung von Arztpraxen erhalten, wie viel Impfstoff dort vernichtet wird. Dieses Problem bestehe eher bei den mobilen Impfteams in den Landkreisen. Ärzte bestellten in der Regel nur Impfstoffe, die sie aufgrund von Terminvergaben an Patienten auch zeitnah verabreichen würden.

Laut Robert-Koch-Institut (RKI) wurden in Niedersachsen bislang etwas mehr als 18 Millionen Coro­na­schutzimpfungen verabreicht. Knapp 6,4 Millionen Impfungen entfielen auf die erste Spritze, knapp 6,2 Millionen auf die zweite, mehr als fünf Millionen Menschen erhielten eine Auffrischungsimpfung und rund 630.000 bereits eine zweite.

Ein Problem ist weiterhin vor allem die noch niedrige Zahl der Erstimpfungen, allein in Niedersachsen sind laut RKI rund zwölf Prozent der Erwachsenen nicht einmal geimpft. Bundesweit wurden demnach an einzelnen Tagen im Mai nur zwischen 1.000 und 2.000 Erstimpfungen gemeldet. Mehr als 10.000 Erst­impfungen bundesweit waren es den Angaben zufolge zuletzt Anfang März.

Die gesunkene Impfnachfrage ist in vielen Teilen Niedersachsens festzustellen. So wurden etwa über mobile Impfteams im Landkreis Hameln-Pyrmont an sechs Tagen kurz vor Weihnachten noch mehr als 3.500 Impfungen verabreicht, an fünf Tagen Anfang Mai nur 138. © dpa/aerzteblatt.de

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