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Politik

Gesundheitsminister drängen auf bessere Pandemieüberwachung

Dienstag, 17. Mai 2022

/picture alliance, Ronny Hartmann

Berlin – Die Gesundheitsminister der Länder sehen Verbesserungsbedarf bei der Überwachung künftiger Pan­de­mien und Handlungsbedarf auf Seiten des Bundes­minis­teriums für Gesundheit (BMG). Das machten sie ges­tern in zwei Beschlüssen der Gesundheitsministerkonferenz (GMK) deutlich.

Die GMK hält demnach die Entwicklung eines abgestimmten Überwachungssystems für erforderlich, um das durch das Coronavirus SARS-CoV-2 verursachte Infektions­geschehens zu überblicken. Ziel sollte der Einsatz eines wei­ter­ent­wickelten Surveillancesystems zu Beginn der nächsten Atemwegsinfektionssaison sein, heißt es.

Aus Sicht der GMK sind dabei eine Reihe von Faktoren zu bedenken. So sollten zum Beispiel die bestehenden syndromischen und virologischen Surveillancesysteme zu Atemwegsinfektionen so weiterentwickelt werden, dass sie ab Herbst 2022 eine auch regional repräsentative Einschätzung der Krankheitslast akuter Atemwegs­infektionen in der Bevölkerung, der ambulanten Versorgung und der stationären Versorgung ermöglichen.

Zudem soll geprüft werden, ob und wie eine Stichprobe aus den Meldedaten zur Erhebung von stabilen be­ziehungsweise weiterführenden Informationen gewonnen werden könnte, um auch bei hohen Fallzah­len „re­gional regelhaft aussagekräftige Informationen“ – etwa zum Impfstatus – generieren zu können.

Darüber hinaus sollte geprüft werden, ob ein bundesweites – vom Meldesystem unabhängiges – Panel zur systematischen kontinuierlichen Erhebung von gesundheitsbezogenen Informationen zweckmäßig wäre und ob dieses bereits im kommenden Winterhalbjahr für die Überwachung der SARS-CoV-2 Infektionsdyna­mik eingesetzt werden könnte.

Die GMK rief das Ministerium auf, einen Vorschlag zu erarbeiten, mit den Ländern abzustimmen und bis Au­gust dieses Jahres zu erproben. Dabei seien Daten auf regionaler Ebene bereitzustellen, damit das System auch zur Steuerung von Maßnahmen zur Reduzierung des Infektionsgeschehens auf regionaler Ebene genutzt werden könnte.

Nachbesserungsbedarf sehen die Minister und Senatoren für Gesundheit der Länder auch beim Öffentlichen Gesundheitsdienst. Das BMG wird „eindringlich“ gebeten, eine „bundeseinheitliche Kernanwendung zum Meldeverfahren für den Infektionsschutz, unter der Berücksichtigung notwendiger Schnittstellen für die be­stehenden Softwarestrukturen der Gesundheitsämter, bis spätestens zum 31. August 2022 den Ländern ein­satz­fähig zur Verfügung zu stellen“. Ein Pilot sollte den Ländern im Juni 2022 vorgestellt werden.

Die GMK führt dazu aus, dass die gewünschte Kernanwendung dem aktuellen Stand der Technik genügen und mindestens einen automatisierten Abgleich der DEMIS-Meldungen mit den in den Gesundheitsämtern vorlie­genden Meldedaten bieten sollte, um eine effiziente Bearbeitung zu ermöglichen.

Den Gesundheitsämtern, die dem Beschluss der Regierungschefs der Länder und der Bundeskanzlerin am 16. November 2020 zur Einführung von SORMAS gefolgt seien, müsse eine ausreichende Perspektive über Ende 2022 hinaus gegeben werden, bis das BMG eine Nachfolgelösung der Kernanwendung zur Verfügung stellt, hieß es.

Des Weiteren wird das BMG im Rahmen dieses Projektes gebeten, den Meldeumfang für Infektionserkrankun­gen an das Robert-Koch-Institut (RKI) zu prüfen und neu zu definieren, so dass es den Gesundheitsämtern möglich sei, die Anforderungen des Bundes tagesaktuell zu bearbeiten. © may/aerzteblatt.de

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