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Politik

Patientenschützer fordern Steuermittel für Long-COVID-­Versorgung

Dienstag, 17. Mai 2022

/Alek, stock.adobe.com

Berlin – Für die bundesweite Versorgung von Menschen mit länger anhaltenden Beschwerden nach Coronainfektionen sind aus Sicht von Patientenschützern zusätzliche Steuermittel nötig.

„Die Bundesregierung ist aufgefordert, einen Post-COVID-Fonds aufzulegen“, sagte der Vorstand der Deutschen Stiftung Patientenschutz, Eugen Brysch, der Deutschen Presse-Agentur. Dies allein im laufenden Budget der Kranken- und Pflegekassen zu machen, werde nicht möglich sein.

Deutschlandweit arbeitende Ambulanzen an Krankenhäusern, Pflegeheimen, Versorgungszentren und Praxen müssten in der Lage sein, einer großen Patientenzahl therapeutische Hilfe anzubieten.

Der Coronaexpertenrat der Bundesregierung hatte den Aufbau flächendeckender Angebote für Menschen mit COVID-19-Folgebeschwerden angemahnt. Angesichts der steigenden Zahl an Patientinnen und Patienten sei das derzeitige Versorgungs­angebot „bei Weitem nicht ausreichend“, heißt es in einer gestern vorgelegten Stellungnahme. Etabliert werden müssten etwa Spezialambulanzen und Reha-Kliniken.

Unter Long COVID werden laut dem Papier Beschwerden zusammengefasst, die mit einer SARS-CoV-2-Infektion verbunden werden und noch später als vier Wochen danach bestehen.

Eine Unterform sei Post COVID – dabei bestünden „anderweitig nicht erklärbare Symptome“ noch drei Monate nach der Coronainfektion. Zur Häufigkeit hieß es, dass laut epidemiologischen Studien eine Mehrheit der Menschen, die mit schwerem COVID-19-Verlauf auf Intensivstationen behandelt wurden, Langzeitkomplikationen entwickle. Nach milder Infektion erfüllten etwa 10 Prozent der Betroffenen die Post-COVID-Kriterien.

Brysch forderte, das Leiden der Menschen müsse endlich ernstgenommen werden. „Wie bei der Impfung, der Testung und der wirtschaftlichen Unterstützung muss die Versorgung der Patienten mit Langzeitfolgen eine öffentliche Aufgabe werden.“ © dpa/aerzteblatt.de

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