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Politik

Grünen-Gesund­heitsexperte sieht Oktoberfest kritisch

Dienstag, 17. Mai 2022

/picture alliance, Geisler-Fotopress, Frederic Kern

München – Der Grünen-Gesundheitsexperte Janosch Dahmen hält die Ausrichtung des Oktoberfestes in Mün­chen für unvernünftig. „Ich bin mir nicht sicher, ob es klug und richtig ist (...), jetzt schon Versprechen auszu­sprechen, dass große Menschenansammlungen im Herbst auf jeden Fall wieder möglich sein sollen“, sagte Dahmen dem Bayerischen Rundfunk.

Nach zwei Jahren Coronazwangspause soll auf der Münchner Theresienwiese vom 17. September bis 3. Okto­ber das Oktoberfest wieder steigen. Es bestehe die große Gefahr neuer Varianten des Coronavirus, sagte Dah­men. Gerade deswegen sei es für die Menschen wichtig, dass man Vorsicht und Vorsorge in den Mittelpunkt dessen stelle, was komme und nicht Versprechen ausspreche, die man am Ende möglicherweise nicht einhal­ten könne.

Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) wies die Kritik zurück und verteidigte die positive Okto­berfestentscheidung von Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD). „Es ist unbestritten, dass eine so große Veranstaltung mit Gästen aus vielen Ländern ein Infektionsrisiko bedeutet“, sagte Holetschek. Aber den­noch gebe es gute Gründe dafür, das Oktoberfest stattfinden zu lassen. „Diese Entscheidung ist auch mit Blick auf die derzeitige Entwicklung der Coronapandemie vertretbar.“

Holetschek kritisierte allerdings, dass die Bundesregierung keinen neuen Vorstoß für eine allgemeine Impfpflicht unternommen habe. „Um für neue Infektionswellen im Herbst gewappnet zu sein, ist auch eine allgemeine Impfpflicht wichtig – zumindest für Ältere. Denn Ältere haben ein erhöhtes Risiko, schwer zu erkranken. Die Bundesregierung darf sich hier nicht länger wegducken.“

Zudem sei eine Überarbeitung des Infektionsschutzgesetzes nötig – dazu hätten die Gesundheitsminister der Länder die Bundesregierung aufgefordert. „Der Bund muss jetzt aktiv werden und den Bundesländern statt untauglicher Hotspot-Regelungen im Gesetz Werkzeuge an die Hand geben, mit denen sie im Herbst und im Winter sachgerecht auf mögliche neue Infektionswellen reagieren können“, forderte er. © dpa/aerzteblatt.de

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