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Ärzteschaft

15-Punkte-Plan der bayerischen Hausärzte zur Pandemie

Dienstag, 17. Mai 2022

Markus Beier, Vorsitzender des Bayerischen Hausärzteverbands. /CMC Munich

Erlangen – Die Delegierten des Bayerischen Hausärzteverbandes (BHÄV) haben auf dem Bayerischen Hausärztetag in Erlangen einstimmig einen detaillierten 15-Punkte-Plan zum Umgang mit der Coronapandemie verabschiedet.

„Seit Beginn der Pandemie werden rund 90 Prozent der COVID-19-Erkrankungen im ambulanten und hier schwerpunktmäßig im hausärztlichen Bereich behandelt“, erklärte der Verbandsvorsitzende Markus Beier und forderte „konsequenterweise Hausärztinnen und Hausärzte in alle Gremien der Pandemiesteuerung“ einzubinden – dazu gehört laut dem Plan auch, je einen Vertreter der wissenschaftlichen und der praktischen Allgemeinmedizin in den Expertenrat der Bundesregierung zu COVID-19 aufzunehmen.

Für alle Einrichtungen der kritischen Infrastruktur, zu denen die hausärztlichen Praxen gehörten, sei persönliche Schutzausrüstung dauerhaft und zuverlässig bereitzustellen, so eine weitere Forderung. Der Verband plädiert zudem für eine staatliche Investitionskampagne in Praxen, um den baulichen Infektionsschutz und die digitale Ausstattung der Praxen zu verbessern.

Die Hausärzte empfehlen in dem Plan präventive Reihentestungen zum Schutz von vulnerablen Gruppen, besonders in der stationären Pflege. Diese sollten möglichst in Form von Pooltests umgesetzt werden. Wichtig sei zudem, Versorgungsmöglich­keiten von COVID-19-Hochrisikopatienten in Hausarztpraxen zu verbessern.

„Eine spezielle, zeitnah indizierte ambulante Therapie etwa mit monoklonalen Antikörpern, die in der Regel aus logistischen Gründen nur vereinzelt in Praxen durchführbar ist, muss in Deutschland flächendeckend wohnortnah und unkom­pliziert zugänglich sein“, heißt es in dem Papier.

Der Verband fordert zudem eine abgestimmte und einheitliche Kommunikationsstra­tegie zur Pandemie. „Kommunikationsdesaster, wie kurzfristige Änderungen oder uneinheitliche Empfehlungen in den Bereichen Impfungen oder telefonische Krankschreibungen haben hausärztliche Praxen vor vermeidbare Herausforderungen gestellt und das Vertrauen in politische Entscheidungsträger beeinträchtigt“, kritisiert der Verband.

Er betont zudem, dass Long-COVID- und Post-COVID-Behandlungen im Kern eine hausärztliche Aufgabe seien. Sie sollten dort „prioritär ermöglicht und ausgebaut werden“, so die Forderung. Der Verband empfiehlt zudem den Aufbau eines Impfregisters mit zentralem Einladungswesen.

„Wertschätzung und Respekt haben sich in dieser Pandemie neben Pflegekräften und medizinischen Fachangestellten ganz viele Menschen von ganz jung bis ganz alt im privaten und beruflichen Umfeld verdient“, heißt es in dem Papier. Gesellschaft und Regierung sollten dies „hörbar und spürbar und explizit artikulieren und belohnen“, so der Bayerische Hausärzteverband. © hil/aerzteblatt.de

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