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Medizin

Nicht-kleinzelliges Lungenkarzinom: Bei hoher MET-Amplifikations­rate Kombination aus Pembrolizumab und Chemo vorteilhaft

Freitag, 27. Mai 2022

/appledesign, stock.adobe.com

Leipzig – Die Kombination aus Pembrolizumab und einer Chemo als Erstlinientherapie bei einem PD-L1-hochpositiven nicht-kleinzelligem Lungenkarzinom könnte bei Personen mit einer hohen MET-Amplifika­tionsrate Vorteile im Überleben bringen.

Das zeigen Daten aus dem klinischen Alltag, die Forschende der Evangelischen Lungenklinik Berlin und der Charité Universitätsmedizin Berlin (DOI: 10.1055/s-0042-1747905) im Rahmen des 62. Kongresses der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP) vorstellen werden.

Das Team analysierte in einer retrospektiven Studie Daten von Patientinnen und Patienten mit einem fort­geschrittenen NSCLC und einer Expression des Programmed-Death-Liganden 1 (PD-L1) von mindestens 50 %. Sie hatten entweder Pembrolizumab als Monotherapie oder in Kombination mit einer Chemotherapie als Erstlinientherapie erhalten.

Pembrolizumab gilt als ein Standard in der palliativen Erstlinientherapie des NSCLC mit hoher PD-L1-Expression (> 50 %). In verschiedenen Studien konnten Forschende ein verbessertes Gesamtüberleben im Vergleich zu einer alleinigen Chemotherapie nachweisen. Pembrolizumab ist ein Programmed Death-Ligand 1 (PD-L1)-Inhibitor. Das Membranprotein PD-L1 kommt in vielen körpereigenen Geweben, wie der Leber oder der Lunge, vor, kann aber auch von Tumorzellen exprimiert werden. Durch Bindung an den PD-1-Rezeptor, der sich unter anderem auf T-Zellen befindet, kann die Immunantwort gehemmt werden. Eine MET (mesenchymal-epitheliale Transition)-Amplifikation kann als Treibermutation bei verschiedenen Krebsarten auftreten, sie spricht dabei für eine höhere Instabilität des Tumors. Das kann therapeutisch und prognostisch ausschlaggebend sein.

In der Kombinationstherapiegruppe war der An­teil der MET (mesenchymal-epitheliale Transiti­on)-positiven Patienten mit 22,2 % deutlich größer als in der Monotherapiegruppe mit 7,9 % (p = 0,01).

Die Forschenden vermuten einen Vorteil für diese Patientengruppe hinsichtlich des Gesamtüber­lebens, vor allem bei denjenigen mit einem hohen und mittleren MET-Amplifikationsstatus.

Allerdings zeigte sich unter der Kombination keine statistische Relevanz (0,057). In der Gesamtgruppe der MET-positiven Studienteil­nehmenden konnten die Forschenden jedoch ein statistisch signifikant besseres Gesamtüberleben feststellen (p = 0,025).

Das mediane Gesamtüberleben bei Patienten mit Monotherapie betrug 32,9 Monate. In der Kombinationstherapiegruppe lag es bei 16,7 Monaten.

Bei einer PD-L1-Expression von über 75 % war das Gesamtüberleben besser als bei einer geringeren Expression (p=0,045). Das galt vor allem für Patientinnen und Patienten mit der Kombinationstherapie.

Eine Monotherapie mit Pembrolizumab hatten 127 Patienten in einem medianen Alter von 68 Jahren erhal­ten. Der Anteil der Adenokarzinome betrug in dieser Gruppe 73,2 %. Eine Kombinationstherapie war bei 45 Patienten in einem medianen Alter von 63 Jahren durchgeführt worden, davon hatten 73,8 % Adenokarzi­nome.

Der Untersuchungszeitraum umfasste für die Monotherapie die Jahre 2017 bis einschließlich 2020 – die Kombinationstherapie wurde ab deren Zulassung 2018 beobachtet.

Insbesondere im Hinblick auf das verbesserte Gesamtüberleben bei Patienten mit hohem und mittleren MET-Amplifikationsstatus sieht das Studienteam weiteren Forschungsbedarf. Der Fokus sollte insgesamt darauf liegen, welche Therapie für welchen Patienten besser geeignet ist. © mim/aerzteblatt.de

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