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Ärzteschaft

KV Thüringen verabschiedet Resolution zu Inflations­ausgleich

Donnerstag, 19. Mai 2022

/photocrew, stockadobecom

Berlin – Die Kassenärztliche Vereinigung Thüringen (KV) fordert den GKV-Spitzenverband (GKV-SV) und die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) als die Vertragspartner auf Bundesebene auf, die aktuellen Kosten­steigerungen bei der Anpassung des Orientierungswertes für das Jahr 2023 angemessen zu berücksichtigen. Dazu hat die Vertreterversammlung der KV gestern eine Resolution verabschiedet.

Für die KV-Vorsitzende Annette Rommel ist es eine Frage der Fairness. „In der letzten großen vierten Welle der Pandemie haben wir die Hauptlast der Versorgung getragen“, erklärte sie gestern. „Die Omikron-Variante mit ihrer hohen Infektiosität bescherte uns Schlangen von im Schnelltest positiv Getesteten vor den Praxen.“

Es stelle sich die Frage, wie sich das Realeinkommen in den nächsten Jahren vor dem Hintergrund des rasan­ten Anstiegs der Inflation in diesem Jahr entwickeln wird. Denn die Inflationsrate treibt die Praxiskosten weiter nach oben: In den ersten vier Monaten dieses Jahres ist sie bereits auf 7,4 Prozent gestiegen. Insbesondere die Kraftstoffpreise sind geradezu explodiert und liegen um knapp 40 Prozent höher als im Vorjahreszeitraum.

Das schlage sich in gestiegenen Ausgaben für Hausbesuche und im Bereitschaftsdienst nieder, erklärt die KV. Die Energiekosten mit einem Plus von fast 20 Prozent werden würden wiederum den Betriebsaufwand aller Arzt- und Psychotherapeutenpraxen weiter verteuern. „Viele Kolleginnen und Kollegen wenden sich besorgt an uns. Primär waren die Wegegelder ein Thema wegen der horrend gestiegenen Kraftstoffkosten“, erklärte Rom­mel. Die Kassen würden jedoch mauern.

„Unser Anschreiben an die Krankenkassen mit der Forderung, über die Erhöhung der Wegegelder zu verhan­deln, wurde kassenseitig mit der lapidaren Begründung abgelehnt, dass das Einkommen der Ärzteschaft so gut wäre, dass sie auch die gestiegenen Kosten tragen könnten“, erzählte die KV-Vorsitzende. „Das ist ein Affront gegen die Leistung der Ärztinnen und Ärzte während der Pandemie.“

Das werde die KV nicht auf sich beruhen lassen. Der mehrjährige Zeitverzug in der Berücksichtigung von Preis­indices im Rahmen der bisherigen Betrachtungsweise des Bewertungsausschusses sei den vertragsärztlich tätigen Kolleginnen und Kollegen angesichts der aktuellen Entwicklung nicht zumutbar.

Mit Blick auf die Verhandlungen zur Weiterentwicklung des Orientierungspunktwertes (OPW) für 2023 auf Bundesebene Ende Sommer dieses Jahres erhebe die KV klar die Forderung, von der vorgegebenen Systematik des rückwirkenden Jahresscheibenmodells abzuweichen und die realen Kostensteigerungen dieses Jahres in die Berechnung einzubeziehen. © lau/aerzteblatt.de

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