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Medizin

COVID-19: Booster verbessert Schutz vor neuen Omikron-Varianten

Freitag, 20. Mai 2022

/picture alliance, CHROMORANGE, Michael Bihlmayer

Columbus/Ohio – Eine Auffrischung mit einem mRNA-Impfstoff verbessert den Antikörperschutz gegen die verschiedenen Omikron-Subvarianten, die sich in den letzten Wochen und Monaten entwickelt haben. Dies zeigen aktuelle Laborstudien.

Die Variante Omikron, die sich innerhalb kurzer Zeit global durchsetzen konnte, hat sich in verschiedene Subvarianten aufgespaltet. Die Variante BA.2 hat einen zweiten Erkrankungsgipfel ausgelöst. In den USA ist sie derzeit für 90 % der Infektionen verantwortlich. Für die Variante BA.3 erwartet ein Team um Shan-Lu Liu von der Ohio State University in Columbus keinen erneuten Erkrankungsgipfel, da diese Variante weniger Mutationen in der Rezeptorbindungsstelle der Spikeroteins aufweist als BA.1 und BA.2.

Ein Immunescape war in den Laborstudien, die die Forscher an den Seren von Klinikangestellten durchführten, nicht erkennbar. Nach den im New England Journal of Medicine (2022; DOI: 10.1056/NEJMc2205019) vorgestellten Ergebnissen waren die Antikörpertiter gegen BA.3 nach der Grundimmunisierung nur 3,3-fach niedriger als gegen den Wildtyp von SARS-CoV-2.

Bei Deltacron, einer „Mischung“ auf Delta und Omikron, war dagegen ein Einbruch der neutralisierenden Wirkung erkennbar. Die Titer waren 44,7-fach niedriger als gegen den Wildtyp. Eine Grundimmunisierung würde demnach nicht vor Deltacron schützen. Nach einer 3. Dosis des mRNA-Impfstoffs waren die Titer nur noch um den Faktor 13,3 abgefallen. Die Auffrischung könnte die Schutzwirkung vor Deltacron etwas verbessern.

Auch eine frühere Infektion mit der Delta-Variante scheint ausreichend vor BA.3 zu schützen. In den Seren von Patienten, die wegen einer Delta-Infektion auf einer Intensivstation behandelt wurden, fanden die Forscher gleich hohe Antikörpertiter gegen BA.3 und den Wildtyp, während die Titer gegen Deltacron um den Faktor 137,8 niedriger waren.

Bei Patienten, die wegen einer Omikron-Infektion im Krankenhaus behandelt wurden, war dagegen keine schwächere Immunreaktion auf Deltacron zu erkennen. Liu führt dies auf die hohe Übereinstimmung von Deltacron und Omikron im Spikeprotein zurück. Dies erklärt möglicherweise, warum sich Deltacron vor dem Hintergrund der Omikron-Welle nirgends durchsetzen konnte.

In der Studie kam allerdings auch heraus, dass die Immunantwort nach einer Omikron-Infektion schwächer ausfällt als nach einer Delta-Infektion (möglicherweise als Folge der milderen Erkrankung). Auch dies sollte für Patienten, die von Omikron genesen sind, ein Grund sein, ihren Impfschutz aufzufrischen.

In einer früheren Studie, die vor 3 Wochen in Cell Host & Microbe (2022; DOI: 10.1016/j.chom.2022.04.014) veröffentlicht wurde, hatten die Virologen die Schutzwirkung der Impfung gegen die Varianten BA.1.1, BA.1 und BA.2 untersucht. Nach der Grundimmunisierung kam es zu einem Immunescape aller 3 Varianten. Ein Booster stellte die Immunantwort weitgehend wieder her. Es wurden in etwa so viele Antikörper wie gegen Delta produziert. Einen ähnlich guten Schutz wie die Impfung erzielte eine Infektion mit Omikron (die allerdings anders als eine Impfung mit längeren Symptomen verbunden sein kann).

In der jüngsten Publikation in bioRxiv (2022; DOI: 10.1101/2022.05.16.492158) haben Liu und Mitarbeiter zusätzliche Tests zu den Omikron-Sublinien BA.2.12.1, BA.4 und BA.5 durchgeführt. Auch hier stimmen die Ergebnisse optimistisch. Eine Auffrischung mit einer 3. Dosis eines mRNA-Impfstoffs steigerte die Antikörperkonzentrationen gegen die 3 neuen Omikron-Subvarianten, wenn auch in geringerem Maße als der Schutz, der für BA.1 und BA.2 und das vorherige Omikron beobachtet wurde.

Natürlich lasse sich die künftige Entwicklung bei schnell mutierenden Viren nicht vorhersagen, schreibt Liu. Die beste Vorbereitung auf die neuen Varianten sei jedoch, den Impfschutz regelmäßig aufzufrischen. © rme/aerzteblatt.de

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