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Ärzteschaft

Vergütung ärztlicher Leistungen bei Gesundheits-Apps neu geregelt

Freitag, 20. Mai 2022

/Kaspars Grinvalds, stock.adobe.com

Berlin – Für erstattungsfähige Gesundheits-Apps, die vorläufig in das Verzeichnis des Bundesinstituts für Arz­neimittel und Medizinprodukte (BfArM) aufgenommen wer­den, gibt es eine neue Vergütungspauschale. Darauf haben sich die Kassenärztliche Bundesvereini­gung (KBV) und der GKV-Spitzenverband geeinigt, wie die KBV mitteilte.

Ärztliche und psychotherapeutische Leistungen, die im Zusammenhang mit der Verlaufskontrolle und Aus­wertung digitaler Gesundheitsanwendungen (DiGA) erforderlich sind, können demnach seit Mai über die Gebührenordnungsposition 86700 (7,12 Euro) abgerechnet werden.

Die neue Pauschale kann pro DiGA bis zu zweimal im Krankheitsfall (= Jahr) abgerechnet werden – allerdings nicht neben der GOP 01470 für das Ausstellen der Erstverordnung derselben DiGA. Die Erstverordnung ist bis zum 31. Dezember 2022 für alle DiGA berechnungsfähig – für vorläufig und für dauerhaft aufgenommene digitale Gesundheitsanwendungen.

Darüber hinaus haben KBV und GKV-Spitzenverband beschlossen, dass nunmehr auch Kinder- und Jugendärzte eine Vergütung für die Verordnung von Gesundheits-Apps erhalten. Bisher wurden drei DiGA für 12- bis 17-Jährige vorläufig zur Erprobung in das BfArM-Verzeichnis aufgenommen (Mawendo, compagnion patella und Rehappy).

Die Abrechnung der Erstverordnung für Kinder und Jugendliche erfolgt über eine gesonderte Pauschale 86.701 (zwei Euro), die grundsätzlich der GOP 01470 entspricht. Sie ist ebenso bis zum 31. Dezember 2022 befristet.

Bei den DiGA Mawendo und Compagnion Patella, die bei Erkrankungen der Kniescheibe unterstützend ein­gesetzt werden können, ist nach Festlegung des BfArM eine Verlaufskontrolle durch den Arzt nötig. Somit können Kinder- und Jugendärzte hier die neue Pauschale 86.700 für die Verlaufskontrolle und Auswertung abrechnen.

Darüber hinaus wird für die DiGA Vivira, die dauerhaft im BfArM-Verzeichnis aufgenommen wurde und bei einer Osteochondrose der Wirbelsäule verordnet werden kann, eine neue GOP in den Einheitlichen Bewer­tungsmaßstab (EBM) aufgenommen.

Hausärzte, Internisten ohne Schwerpunkt, Orthopäde und Fachärzte für Chirurgie können ab 1. Juli für die Verlaufskontrolle und Auswertung die GOP 01472 (64 Punkte / 7,21 Euro) abrechnen.

Gesetzlich Krankenversicherte haben einen gesetzlichen Anspruch auf DiGA. Dabei handelt es sich um Medi­zinprodukte niedriger Risikoklassen. Diese sollen helfen, Krankheiten zu erkennen, zu überwachen, zu be­handeln oder zu lindern. Welche Anwendungen das genau sind, legt das BfArM im DiGA-Verzeichnis fest. © hil/sb/aerzteblatt.de

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