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Ausland

USA fliegen wegen Engpässen Babynahrung über Ramstein ein

Montag, 23. Mai 2022

Crew-Mitglieder einer Airforce C-17 entladen 132 Paletten Babynahrung am Indianapolis International Airport, die vom US-Luftwaffenstützpunkt Ramstein in Rheinland-Pfalz eingeflogen wurden. /picture alliance, ASSOCIATED PRESS, Michael Conroy

Washington – Wegen dramatischer Engpässe in den USA fliegt die US-Regierung über ihren Luftwaffenstützpunkt Ramstein in Rheinland-Pfalz weitere Säuglingsmilchnahrung ein. Die US-Regierung kündigte gestern Abend für die kommenden Tage einen zweiten Flug von Ramstein aus in die USA an.

Mit der Maschine werde Babynahrung des Schweizer Herstellers Nestlé in die US-Hauptstadt Washington geflogen und von dort aus in ein Nestlé-Werk im Bundesstaat Pennsylvania ge­bracht, teilte das Weiße Haus mit. Dann werde die spezielle Säuglingsmilchnahrung für Babys mit Kuhmilch-Allergie von einem Logistikunternehmen in den Vereinigten Staaten weiterverteilt.

Am Sonntag war eine Militärmaschine mit einer ersten Lieferung von Spezial-Babynahrung von Ramstein aus nach Indianapolis im US-Bundesstaat Indiana geflogen. US-Präsident Joe Biden schrieb während seiner Asien-Reise auf Twitter, an Bord der ersten Militärmaschine seien mehr als 70.000 Pfund (knapp 32 Tonnen) Säuglingsmilchnahrung gewesen. „Unser Team arbeitet rund um die Uhr, um allen, die es brauchen, sichere Babynahrung zukommen zu lassen.“

Hintergrund der Engpässe ist der Ausfall einer Fabrik von Abbott, dem größten Hersteller von Säuglingsmilchnahrung in den USA. Abbott hatte mehrere Produktlinien zurückgerufen, nachdem möglicherweise wegen bakterieller Verunreinigungen vier Säuglinge erkrankt und zwei gestor­ben waren. Die Produktion in einem Werk der Firma im Bundesstaat Michigan wurde im Februar vorerst gestoppt.

Biden hat die Engpässe zur Chefsache erklärt und unter anderem ein für Kriegszeiten gedachtes Gesetz aktiviert, um die Produktion anzukurbeln. Das Weiße Haus teilte mit, auf Basis dieses Gesetzes werde Abbott und einem weiteren Hersteller Priorität bei der Bestellung von Zutaten für Babynahrung gewährt. So könne Abbott beispielsweise trotz Engpässen in Versorgungsketten mit Vorrang Rohstoffe wie Zucker und Maissirup bestellen.

Zusätzlich hatte Biden vergangene Woche die „Operation Fly Formula“ (in etwa: „Operation Baby­nahrung Fliegen“) ausgerufen. Das Weiße Haus hatte mitgeteilt, wegen der Dringlichkeit würden dafür zunächst Militärflugzeuge aus Ramstein eingesetzt, weil am Wochenende keine kommer­ziellen Flüge verfügbar gewesen seien. Künftig würden die meisten Lieferungen aber mit kommerziellen Fliegern abgewickelt.

Abbott-Chef Robert Ford hatte vorgestern sein Bedauern über die Engpässe und die Konsequen­zen ausgedrückt. „Es tut uns leid für jede Familie, die wir im Stich gelassen haben, seit unser freiwilliger Rückruf den Mangel an Babynahrung in unserem Land verschärft hat“, schrieb Ford in Gastbeitrag in der Washington Post.

Man glaube dennoch, dass der Rückruf richtig gewesen sei. „Wir werden keine Risiken eingehen, wenn es um die Gesundheit von Kindern geht.“ Man wisse, dass wegen fehlender Abbott-Spezial­nahrung einige Kinder, die andere Nahrung und Milch nicht verdauen könnten, ins Krankenhaus gekommen seien. „Das ist tragisch und herzzerreißend.“

Ford kündigte Maßnahmen an, um die Engpässe zu überwinden. Der Herstellung dieser Spezial­nah­rung werde die höchste Priorität eingeräumt, schrieb der Abbott-Chef. Den betroffenen Fa­milien solle mit einem Fonds von fünf Millionen Dollar (4,73 Millionen Euro) geholfen werden. Außerdem sei nun ein anderes Abbott-Werk, das sonst Produkte für Erwachsene herstelle, auf Babynahrung umgestellt worden.

Zusätzlich werde Babynahrung von einer Fabrik in Irland eingeflogen. Man gehe davon aus, das Werk in Michigan in der ersten Juniwoche wieder öffnen zu können. Abbott investiere außerdem in Maßnahmen, damit es nicht wieder zu solchen Engpässen komme. © dpa/aerzteblatt.de

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dr.med.thomas.g.schaetzler
am Samstag, 28. Mai 2022, 09:09

Säuglings-/Babynahrung in Notzeiten selbst gemacht

Die klassische Halbmilch als Säuglingsmilch-Rezept nach Droese/Stolley
100 ml Kuhmilch
100 ml Wasser
5 Gramm Stärke
8 Gramm Milchzucker
3 Gramm Öl
ab der 6. Lebenswoche 20ml Vitamin C-reicher Obstsaft und 3ml Vitamin A-reicher Karottensaft pro Mahlzeit hinzu. Steril/sauber/frisch verarbeiten.

Ab 5. Monat z.B. Zucchini-Brei:
100 g Zucchini
30 ml Wasser
1 Schuss Rapsöl/Sonnenblumenöl
Der Gemüse-Brei variiert mit Gemüse-Kartoffel-Fleisch-Brei und Gemüse-Kartoffel-Fisch-Brei. Fisch empfiehlt das Forschungsinstitut für Kinderernährung einmal pro Woche.

Mf+kG, Ihr Dr. med. Thomas G. Schätzler, Facharzt für Allgemeinmedizin in Dortmund
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