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Medizin

Anfeindungen durch Patienten und Angehörige fördern Burnout bei Ärzten

Donnerstag, 26. Mai 2022

/H_Ko, stock.adobe.com

Rochester/Minnesota – Die verbalen Beleidigungen und manchmal sogar tätlichen Angriffe, denen Ärzte zunehmend am Arbeitsplatz durch Patienten, Angehörige oder Besucher ausgesetzt sind, können die Entwicklung eines Burnout-Syndroms fördern, wie eine Umfrage unter US-Medizinern in JAMA Network Open (2022; DOI: 10.1001/jamanetworkopen.2022.13080) zeigt.

Beleidigungen und körperliche Attacken erleben Ärzte in den USA häufiger. In einer Umfrage unter 6.512 Ärzten, die ein Team um Liselotte Dyrbye von der Mayo Clinic in Rochester durchgeführt hat, gaben 29,4 % an, im vorausgegangenen Jahr mindestens 1 Mal rassistischen oder ethnisch anstößigen Bemerkungen ausgesetzt gewesen zu sein, wobei der Anteil bei Afroamerikanern mit 55,8 % am höchsten war.

Sexistische Bemerkungen hatten 28,7 % und unerwünschte sexuelle Avancen 20,5 % durch Patienten, Familien oder Besucher erfahren – wobei hier der Anteil bei weiblichen Kollegen (51,0 % und 29,6 %) höher war als bei Männern (15,1 % und 15,0 %). Knapp 15 % der Ärzte gaben an, im vergangenen Jahr mindestens 1 Mal von Patienten, ihren Angehörigen oder Besuchern körperlich angegriffen worden zu sein. Darunter litten am häufigsten Ärzte mit gemischter ethnischer Herkunft (31,8 %).

Etwa jedem 5. Arzt (21,6 %) war im letzten Jahr aus persönlicher Abneigung die Behandlung eines Patienten verweigert worden. Beleidigende Äußerungen zu ihrer sexuellen Orientierung mussten sich 9,8 % der Ärzte anhören.

Die Ärzte hatten im Rahmen der Befragung auch Teile das „Maslach Burnout Inventory“ ausgefüllt, dem Standardtest für ein Burnout-Syndrom. Gefragt wurde nach den Aspekten Emotionale Erschöpfung und Depersonalisation (Es fehlten die Fragen zur reduzierten persönlichen Leistungsfähigkeit). Beide Aspekte des Burnout-Syndroms wurden von Ärzten, die verbalen Beleidigungen und/oder körperlichen Angriffen ausgesetzt waren, häufiger genannt.

So litten 28,6 % der Ärzte, die keinen rassistischen oder ethnischen Bemerkungen ausgesetzt waren, unter einer emotionalen Erschöpfung. Bei Ärzten, die mehrmals in der Woche angepöbelt wurden, stieg der Anteil auf 67,6 %. Der Anteil der Ärzte mit einer erhöhten Depersonalisation stieg von 19,8 % auf 56,7 % und beim Burnout-Syndrom kam es zu einer Zunahme von 34,5 % auf 76,7 %.

Eine ähnliche dosisabhängige Korrelation fand Dyrbye auch bei sexistischen Bemerkungen oder Übergriffen sowie bei der Verweigerung einer Behandlung aus persönlichen Gründen.

Unangemessene Bemerkungen zur sexuellen Orientierung waren ebenfalls mit einem erhöhten Burnout assoziiert. Auch körperliche Angriffe gingen nicht spurlos an der psychischen Verfassung der Ärzte vorbei. Die häufigeren Angriffe gegen Frauen könnten laut Dyrbye sogar die höhere Inzidenz des Burnout-Syndroms bei Frauen im Vergleich zu Männern erklären. © rme/aerzteblatt.de

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