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Ärzteschaft

Ärzteschaft für MVZ-Register

Freitag, 27. Mai 2022

/picture alliance, Carmen Jaspersen

Bremen – Ein öffentliches und frei zugängliches Register für medizinische Versorgungszentren (MVZ) forderte heute der 126. Deutsche Ärztetag. Aus diesem Register müsse ersichtlich sein, wie die Besitzverhältnisse und wie wirtschaftliche sowie medizinische Verantwortlichkeiten verteilt sind, so der entsprechende Beschluss.

Um Transparenz für Patientinnen und Patienten zu erreichen, solle auf dem Praxisschild ein Hinweis auf die Trägerschaft verpflichtend sein. Die Delegierten verwiesen zur Begründung darauf, dass der wachsende Anteil von börsennotierten Unternehmen und Private-Equity-Konstrukten an MVZ die Versorgungsqualität bedrohe.

Aktuelle Untersuchungen würden zudem Hinweise darauf geben, dass unter diesen Besitzstrukturen höhere Kosten für die Krankenkassen entstehen.

Um Monopolbildungen entgegenzuwirken, schlägt der Ärztetag eine Begrenzung der kassenärztlichen Sitze pro Eigentümer und Fachrichtung vor. Zudem solle die Einhaltung des übertragenen Versorgungsauftrages durch die entsprechende Rechtsaufsicht sichergestellt werden.

Um „Schaden von Patientinnen und Patienten und vom medizinischen Personal abzuwenden und die freie Berufsausübung der Ärztinnen und Ärzte nicht weiter zu gefährden“, forderte der Ärztetag zusätzlich, MVZ-Gründungen durch Krankenhäuser an einen fachlichen, räumlichen und regionalen Bezug zu deren Versor­gungsauftrag zu koppeln.

Auch sollen Anträge auf Anstellung einer Ärztin beziehungsweise eines Arztes im MVZ dann versagt werden, wenn der Träger des MVZ dadurch in einer Region eine marktbeherrschende Stellung erlangen würde.

Die Ärztetagsdelegierten sprachen sich dafür aus, Gewinnabführungsverträge zu begrenzen – schließlich würden die Gewinne aus Sozialversicherungsbeiträgen generiert. © aha/aerzteblatt.de

Kommentare

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Avatar #672734
isnydoc
am Dienstag, 31. Mai 2022, 09:19

"marktbeherrschende Stellung" - was ist das?

Was für einen "Markt" verwalten denn die kassenärztlichen Vereinigungen, die den "Sicherstellungsauftrag" vom Gesetzgeber "gepachtet" haben?
Avatar #722321
Hennighausen
am Montag, 30. Mai 2022, 23:12

Gut gemeint, aber wirklich umsetzbar?

Der zunehmende, überbordende Verwaltungsaufwand, die zunehmende Auffächerung der medizinischen Disziplinen und die Unterbezahlung der ärztlichen Leistungen, zumindest im ambulanten, nicht-operativen Sektor, machen Kooperationen bis hin zu MVZs unumgänglich. So stelle ich die Frage in den Raum, ob man mit den o. g. Einschränkungen/ Auflagen wirklich noch finanziell leistungsfähige Investoren/ Kostenträger für ein hochqualifiziertes MVZ wird finden können. MVZs auf genossenschaftlicher Basis bergen nämlich auch Risiken (Beispiel: Die Wohnungsbaugesellschaft "Neue Heimat" auf gewerkschaftlicher Grundlage wurde insolvent, ca. 1970).
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