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Ausland

Iran will an Hinrichtung von schwedischem Mediziner festhalten

Mittwoch, 25. Mai 2022

Teheran – Iran will an der Hinrichtung eines schwedischen Mediziners festhalten, der in einem umstrittenen Spionageprozess zum Tode verurteilt wurde. „Das Urteil ist rechtskräftig, nur muss die Staatsanwaltschaft über den Zeitpunkt (der Hinrichtung) entscheiden“, sagte Justizsprecher Massud Setajeschi laut Medienbe­richten heute. Diplomatische Lösungen, wie etwa einen Gefangenaustausch, schloss der Sprecher aus.

Die Vollstreckung der Todesstrafe war für den 21. Mai in Teheran angekündigt worden. Der Katastrophen­me­diziner und Dozent Ahmad-Resa J. wurde 2016 bei einem Besuch im Iran verhaftet, weil er für den israeli­schen Geheimdienst Mossad gearbeitet haben soll.

Ein Revolutionsgericht verurteilte ihn deshalb zum Tode. Das Urteil wurde 2017 vom Obersten Gerichtshof bestätigt. Ein Jahr später erhielt J. die schwedische Staatsbürgerschaft. Das Urteil wurde von Diplomaten kritisiert.

Es sei „bewiesen“, dass der Mediziner mit der Weitergabe geheimer Staatsdokumente an den israelischen Geheimdienst mehrmals die nationale Sicherheit des Landes gefährdet habe, hieß es von iranischer Seite Anfang Mai. Der Iran und Israel sind seit über 40 Jahren miteinander verfeindet. Doppelstaatler werden im iranischen Rechtssystem nur als Iraner behandelt.

Iran wies zudem Berichte zurück, wonach der Fall in Zusammenhang mit einem Gerichtsverfahren in Schweden gegen den Iraner Hamid N. stehe. Dem ehemaligen Justizbeamten wird vorgeworfen, an Massenhinrichtungen und Kriegsverbrechen beteiligt gewesen zu sein. N. droht lebenslange Haft. © dpa/aerzteblatt.de

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