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Ärzteschaft

Laborärzte sehen Pläne für neue Coronateststrategie kritisch

Mittwoch, 25. Mai 2022

/picture alliance, Frank Hoermann, SVEN SIMON

Berlin – „Am Scheideweg“ sehen die Laborärzte in Deutschland den Umgang mit der Coronapandemie. „Man würde erwarten, dass sich das deutsche Gesundheits­system im Pandemieverlauf immer besser aufstellt. Das ist aber nicht der Fall“, sagte der Vorsitzende des Berufsverbandes Deutscher Laborärzte (BDL), Andreas Bobrowski.

Fünf Wochen vor dem Auslaufen der Coronavirustestverordnung zum 30. Juni sei unklar, ob diese verlängert werde. Die Facharztlabore benötigten jedoch möglichst rasch Planungssicherheit. Fest stehe aber bereits die Vergütungsabsenkung für Coronavirus-PCR-Tests in der gesetzlichen Krankenversicherung um fast acht Euro zum 1. Juli 2022.

Laut der damit einhergehenden Fokussierung auf Antigenschnelltests verschlechtert sich, so der BDL, das In­fektionsmonitoring, da viele Testergebnisse epidemiologisch nicht erfasst würden. „Man kann der Infektions­sta­tistik nicht mehr trauen, das ist auch in der Bevölke­rung angekommen“, kritisierte Bobrowski das Zurückdrängen der laborbasierten PCR-Tests.

Zudem gebe es in der Debatte um eine vierte Coronavirusimpfung für gefährdete Personengruppen auf der Bundesebene nach wie vor keine Strategie zur Einbeziehung von Antikörper- und T-Zell-Tests, mit denen die Immunabwehr beurteilt werden könne, so die Kritik des Verbandes.

„Insgesamt gibt es derzeit zu viele Negativsignale“, so Bobrowskis Fazit. Der BDL fordert eine Vorhaltepau­schale für die medizinischen Labore, damit derzeit noch einsatzbereite Testkapazitäten über den Sommer hinweg aufrechterhalten werden. „So lange gezielt gegen SARS-CoV-2 geimpft wird, sollte es auch staatlich finanzierte Infektionstests geben“, so der BDL-Vorsitzende. © hil/aerzteblatt.de

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