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Medizin

Lidocaininfusionen mögliche Therapieoption bei anhaltender Migräne

Dienstag, 31. Mai 2022

/fizkes, stock.adobe.com

Philadelphia – Infusionen mit dem Lokalanästhetikum Lidocain können Migräneschmerzen bei Menschen lindern, die auf andere Behandlungen nicht ansprechen.

Das berichtet eine Forschungsgruppe der Thomas Jefferson University, Philadelphia, im Fachmagazin Regional Anesthesia & Pain Medicine (DOI: 10.1136/rapm-2021-103180).

In der retrospektiven Studie analysierten die Autoren die Krankenhausunterlagen von 609 Patienten, die mit therapierefraktärer chronischer Migräne eingeliefert und mit Lidocaininfusionen behandelt wurden. Die Patienten, die in die Analyse einbezogen wurden, litten seit mindestens 6 Monaten an mindestens 8 lähmenden Kopfschmerztagen pro Monat und sprachen auf 7 Medikamentenklassen gegen Migräne nicht an.

Die Patienten erhielten mehrtägige Lidocaininfusionen zusammen mit anderen medikamentösen Behandlungen der Migräne, unter anderem Magnesium, Dihydroergotamin, Methylprednisolon oder Neuroleptika. Die meisten Patienten (87,8 %) erfuhren eine rasche Schmerzlinderung.

Die Patienten, die etwa 1 Monat nach der Entlassung an den Nachsorgeterminen teilnahmen, berichteten ebenfalls, dass die Zahl der Kopfschmerztage zurückgegangen war. Die 266 Patienten, die an diesen Terminen teilnahmen, gaben an, dass die Zahl der Kopfschmerztage im letzten Monat von durchschnittlich 26,8 auf 22,5 gesunken war.

Da es sich um eine Beobachtungsstudie handelt, kann die Ursache nicht festgestellt werden, und die Autoren weisen zudem auf weitere Einschränkungen hin. Am wichtigsten sei, dass nicht alle Patienten die Nachuntersuchungen abgeschlossen hätten, so die Forscher.

Dennoch meinen sie, dass Lidocain eine brauchbare Behandlungsoption für Patienten mit refraktärer chronischer Migräne sein könnte, bei denen andere Behandlungen versagt hätten.

„Eine prospektive, randomisierte, doppelblinde Studie ist erforderlich, um diese Ergebnisse zu bestätigen“, fordern sie. © hil/aerzteblatt.de

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