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Medizin

Ansatz für eine neue Therapie gegen Toxoplasmose

Donnerstag, 2. Juni 2022

/Richard Villalon, stock.adobe.com

München – Einen neuen Ansatz für die Therapie einer Infektion mit dem Parasiten Toxoplasma gondii hat eine Arbeitsgruppe der Ludwigs-Maximilians-Universität (LMU) München vorgestellt.

Die neue Methode blockiert die Proteinregulation und hindert die Parasiten, aus der Wirtszelle auszutreten. In der Folge sterben die Toxoplasmen. Die Arbeit ist im Fachmagazin Nature Microbiology erschienen (2022; DOI: 10.1038/s41564-022-01114-y).

Die Toxoplasmose gehört zu den weltweit am meisten verbreiteten Zoonosen. Die Infektionskrankheit wird von Katzen auf Menschen übertragen. Zudem können sich Menschen durch den Verzehr von nicht durchgebratenem Fleisch infizieren.

Vor allem für Schwangere ist eine Infektion gefährlich, da sie zu Missbildungen beim Fötus führen kann. Verursacher der Krankheit ist der einzellige Parasit Toxoplasma gondii.

Die Arbeitsgruppe um Markus Meißner, Leiter des LMU-Lehrstuhls für Experimen­telle Parasitologie, hat zunächst gemeinsam mit Kollegen der University of Glasgow ein neuartiges genetisches Screeningverfahren entwickelt, das auf der Genschere „cas9“ basiert, und eine Bibliothek von 320 parasitenspezifischen Genen untersucht. Dabei haben sie 2 Gene entdeckt, ohne die der Parasit die Wirts­zellen nicht verlassen kann.

Die gezielte Zerstörung dieser Gene führte zu einer Blockade des Austritts und damit zum Tod der nächsten Parasitengeneration innerhalb der Wirtszelle. „Damit ist der Weg frei für die Entwicklung potenzieller Wirkstoffe, welche die Funktion der entsprechenden Proteine blockieren und so die Verbreitung stoppen könnten“, so Meißner.

Toxoplasma gondii ist eng mit dem Malariaerreger Plasmodium falciparum verwandt. Deshalb dient der Parasit als Modellorganismus für den Erreger der Tropenkrankheit, an der jährlich weltweit Hunderttausende Menschen sterben.

„Wir werden als nächstes untersuchen, welche Funktionen diese Proteine im Malariaerreger haben und ob es mögliche Ansatzpunkte für die Entwicklung neuer Medikamente gibt“, gab die LMU-Parasitologin Elena Jimenez-Ruiz einen Ausblick auf die weitere Arbeit. © hil/aerzteblatt.de

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