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Ärzteschaft

BÄK soll Positionen zu inter­disziplinärer Patienten­versorgung überarbeiten

Freitag, 27. Mai 2022

/Maksim Toome, stock.adobe.com

Bremen – Die Bundesärztekammer (BÄK) soll ihre Positionen zu einer interdisziplinären und teamorientier­ten Patientenversorgung überarbeiten. Einen entsprechenden Antrag haben die Delegierten des 126. Deutsche Ärztetages in Bremen an den Vorstand verwiesen.

Die Positionen der Bundesärztekammer zu einer interdisziplinären und teamorientierten Patientenversor­gung waren bereits auf dem 125. Deutschen Ärztetag im November 2021 vorgestellt, aber nicht diskutiert worden.

Von verschiedenen Seiten werde eine Neuordnung der Gesundheitsfachberufe gefordert und als Grund unter anderem eine zunehmende Überalterung der Gesellschaft und ein zunehmender Fachkräftemangel ange­führt.

Die Ärzteschaft fordere wegen des zunehmenden Ärztemangels schon lange eine Erhöhung der Zahl der Medizinstudienplätze. „Eine Übernahme ärztlicher Tätigkeiten durch andere Gesundheitsberufe wird nicht zur Lösung beitragen, da auch in diesen Gesundheitsberufen bereits ein Fachkräftemangel besteht beziehungs­weise von einem weiter zunehmenden Fachkräftemangel ausgegangen werden muss“, heißt es im Antrag.

Darüber hinaus könne es die Patientensicherheit gefährden, wenn aus kommerziellen Gründen Teile der ärztlichen Tätigkeit auf nicht-ärztliche Leistungserbringer übertragen werden – insbesondere, wenn dadurch bei der Ausbildung und damit bei der Qualität der Versorgung gespart wird.

Stattdessen sollten ärztliche Kernkompetenzen definiert werden. Günstigere Arbeitskräfte hingegen würden die Kommerzialisierung des Gesundheitssystems unterstützen. Die Weiterbildungsangebote für die Facharztweiterbildung würden mit Wegfall ärztlicher Tätigkeiten oder Arztstellen reduziert.

Es sei zu befürchten, dass damit ein zusätzlicher Mangel an Gebietsärzten ausgelöst wird. „Die Ärzteschaft hat die Verpflichtung, mit ihrem ärztlichen Sachverstand die politisch gewollte und geförderte Entwicklung interprofessioneller Zusammenarbeit im Gesundheitswesen im Sinne der Patientensicherheit zu begleiten“, heißt es im Antrag.

Daher müssten die Positionen der Bundesärztekammer zu einer interdisziplinären und teamorientierten Patientenversorgung überarbeitet und geschärft werden.

Ein weiterer Antrag, die Politik aufzufordern, die Zuständigkeit und die Verantwortung der interprofessio­nellen Zusammenarbeit eindeutig zu definieren, wurde ebenfalls an den Vorstand verwiesen. Dazu würden auch Vorgaben zur Haftungs- und Budgetverantwortung gehören.

„Eigenverantwortliches Arbeiten muss mit der finanziellen und rechtlichen Haftung Hand in Hand gehen“, schreibe die Antragssteller. „In diesem Zusammenhang bedarf es auch einer Aktualisierung von staatlichen, mindestens berufsrechtlichen Regulations- und Sanktionsmöglichkeiten gegenüber den Gesundheitsfachberufen.“ © lau/aerzteblatt.de

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