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Ärzteschaft

(Muster-)Weiter­bildung: Positive Bilanz, aber weitere Herausforderungen

Donnerstag, 26. Mai 2022

Henrik Herrmann (l), Johannes Albert Gehle, Münster (r)/ Jürgen Gebhardt

Bremen – Eine positive Bilanz zur ärztlichen (Muster-)Weiterbildung (MWBO) wurde heute im Rahmen des 126. Deutschen Ärztetages gezogen. Albert Gehle, Präsident der Ärztekammer Westfalen-Lippe, und Henrik Herrmann, Präsident der Ärztekammer Schleswig-Holstein, präsentierten den aktuellen Stand der MWBO.

Aktuell ist die MWBO in 15 Landesärztekammern in Landesrecht umgesetzt. Das sind zwei mehr als im Vor­jahr – die beiden aus­stehenden Kammern sollen noch dieses Jahr folgen. Dennoch sehen Gehle und Herr­mann bei der praktischen Umsetzung Verbesserungsbedarf. Einer Evaluation der Säch­sischen Landesärzte­kammer zufolge hätten nicht einmal ein Drittel (31 Prozent) der befragten Weiterzubildenden einen strukturierten Weiterbildungsplan erhalten, machten sie deutlich.

Aktuelle Zwischenergebnisse der vor kurzem gestarteten Evaluation mittels einheitlichem Kernfragebogen aus drei weiteren Kammerbereichen zeigten eine noch geringere Zahl. Hier waren es im Schnitt etwa ein Viertel der Befragten (24,6 Prozent), die einen solchen Plan erhalten hatten. Das sei ein „Desaster“ sagte Julian Veelken, Delegierter aus Berlin.

Besser waren die Umfragewerte zu den vermittelten Ausbildungsinhalten. Fast 80 Prozent der Befragten bewerteten die Vermittlung der Inhalte durch den Weiterbildungsbeautragten als positiv. Veelken merkte dazu allerdings an, dass er diesen Zahlen aus seiner persönlichen Erfahrung heraus nicht traue und plädierte dafür, dass sich die Weiterbildung insgesamt verbessern müsse.

Auch für die weitere Verbesserung des elektronischen Logbuchs (eLogbuchs) sei die Evaluation ein ent­scheidender Faktor, so Herrmann. „Wir sehen in allen LÄK, dass es gut angenommen wird.“ Den präsentierten Zahlen zufolge waren Mitte Mai bereits 22.564 eLogbücher angelegt.

Das Feedback der Nutzenden sei aber besonders wichtig. Es habe zum Beispiel dazu geführt, dass das eLog­buch barrierefreier geworden sei. Ein Modus mit stärkerem Kontrast oder die Nutzbarkeit eines Screenreaders sollen den Zugang erleichtern.

Aus einer in Hessen durchgeführten Usability-Studie seien zudem weitere Aufgaben zur Verbesserung des eLogbuchs hervorgegangen. So solle es für die Weiterzubildenden einfacher werden, mit der Nutzung des eLogbuchs zu beginnen.

„Das eLogbuch ist, wie die Weiterbildung selber, es ist Working in Progress“, sagte Gehle. Selbst wenn heraus­käme, dass 80 Prozent zufrieden seien, gehe es darum, die 20 übrigen Prozent abzuholen, so Gehle.

Zu den nächsten Schritten soll unter anderem die weitere Verbesserung der Nutzerfreundlichkeit gehören. Die Weiterbildungsbefugten sollen zum Beispiel direkt in dem Portal aufzufinden sein. Darüber hinaus sollen Änderungen der landesspezifischen Weiterbildungsordnungen automatisch in den eLogbuch-Kompetenzka­talog übernommen werden können. © mim/aerzteblatt.de

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