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Politik

Nutzen von Mobile-Health-An­wendungen bei Multipler Sklerose unzureichend belegt

Montag, 30. Mai 2022

/JAVIER LARRAONDO, stock.adobe.com

Köln – Mobile-Health-Anwendungen (mHealth) wie Smartphone-Apps haben ihren Nutzen für Patienten mit Multipler Sklerose (MS) bislang noch nicht ausreichend belegt. Zu diesem Ergebnis kommen Wissenschaftler des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf und der Medizinischen Hochschule Hannover.

Sie haben die Evidenzbasis der mHealth-Anwendungen im Auftrag des Instituts für Qualität und Wirtschaft­lichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) untersucht. Die Recherche erfolgte im Rahmen des „ThemenCheck Medizin“ des IQWiGs und geht auf die Frage eines MS-Betroffenen zurück.

mHealth-Anwendungen sind in der Regel Apps, die auf Smartphones oder Tablets installiert werden und die Patienten beim Selbstmanagement unterstützen sollen.

Sie können beispielsweise ein Aufzeichnungssystem für persönliche Gesundheitsdaten beinhalten, den Infor­mationsaustausch mit anderen Betroffenen unterstützen, an die Einnahme von Medikamenten oder an Termi­ne erinnern, zu körperlichen Aktivitäten auffordern oder Gesundheitsinformationen bereitstellen.

Bestimmte mHealth-Anwendungen können Ärzte per Rezept verordnen, die Kosten übernehmen dann die gesetzlichen Krankenversicherung. Die vom IQWiG beauftragte Arbeitsgruppe konnten elf randomisierte kontrollierte Studien in ihre Bewertung einschließen.

Diese Studien untersuchten vor allem Anwendungen mit Erinnerungsfunktion und solche, die depressive Be­schwerden lindern sowie die geistige und körperliche Leistungsfähigkeit verbessern sollen. Das Autorenteam stufte das Verzerrungspotenzial für alle Studien als „hoch“ ein – ihnen zufolge sind die vorhandenen Studien nur wenig aussagekräftig.

Die Wissenschaftler formulieren in ihrem Bericht aber die Erwartung, dass Erinnerungs-Apps dabei helfen können, im Alltag an Verhaltensweisen zu denken, die für Betroffene wichtig sind, zum Beispiel die Einnahme von Medikamenten. Daneben verweisen sie darauf, dass verhaltenstherapeutisch orientierte Online-Pro­gramme depressive Beschwerden lindern könnten. © hil/aerzteblatt.de

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