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Medizin

Hypoglykämie: Glucagon wirkt als Nasenspray zuverlässig

Montag, 30. Mai 2022

/Anton, stock.adobe.com

Detmold – Das Hormon Glucagon, das als „Gegenspieler“ von Insulin die Glukosereserven mobilisiert, kann eine schwere Hypoglykämie innerhalb kurzer Zeit korrigieren. Die intranasale Anwendung macht die Notfall­behandlung der Hypoglykämie auch außerhalb des Krankenhauses realistisch.

Eine Metaanalyse zeigt, dass die Wirkung genauso rasch einsetzt wie nach einer intramuskulären Injektion. Ergebnisse wurden auf dem diesjährigen Kongress der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG) vorgestellt (Abstract P 041).

Das Hormon Glucagon, das von den Alpha-Zellen des Pankreas gebildet wird, ermöglicht bei einem Abfall des Blutzuckers den Zugriff auf die Depots in der Leber. Durch Glykogen­olyse kann innerhalb kurzer Zeit der Blutzucker gesteigert werden.

Glucagon steht seit längerem als Medikament zur Verfügung. Es kommt immer dann infrage, wenn die Patienten nicht in der Lage sind, Traubenzucker oral aufzunehmen, um eine Hypoglykämie zu beenden.

Der Einsatz von Glucagon war bisher weitgehend auf die Klinik beschränkt, da die Präparate subkutan oder intramuskulär injiziert werden mussten. Seit dem letzten Jahr steht Glucagon als Nasenspray zur Verfügung, was die Anwendung für Ersthelfer erleichtert.

Ein Team um Andreas Holstein vom Klinikum Lippe-Detmold hat die Ergebnisse der 3 randomisierten Zulassungsstudien zusammengefasst, die die intranasale Anwendung mit der konventionellen Injektion verglichen haben.

Die Ergebnisse zeigen, dass beide Behandlungen gleichwertig sind. Ein Erfolg der Behandlung, definiert entweder als ein Blutzucker von mindestens 70 mg/dl oder als ein Anstieg um mindestens 20 mg/dl innerhalb von 30 Minuten, wurde nach der intranasalen Anwendung von Glucagon bei 213 von 214 Patienten (99 %) erreicht gegenüber 214 von 214 Patienten (100 %) nach einer Injektion.

Auch bei einer schweren Hypoglykämie, bei der der Blutzucker auf unter 40 mg/dl abgefallen war, verging nach der Anwendung des Sprays nicht wesentlich mehr Zeit als nach einer intramuskulären Injektion (14,2 versus 13,4 mg/dl) bis zum Anstieg des Blutzuckers um mindestens 20 mg/dl. Der Anstieg war ebenso rasch wie bei leichteren Hypoglykämien (etwa 12,3 versus 10,6 Minuten bei einer Hypoglykämie von über 60 mg/dl).

Die Blutzuckerwerte stiegen nach der Anwendung maximal auf 176,2 beziehungsweise 191,3 mg/dl, was in der akuten Notfallsituation keine bedrohliche Hyperglykämie darstellt. Auch die Nebenwirkungen waren in beiden Gruppen gleich. Die nasale Anwendung war gut verträglich und in der Behandlung einer Insulin-induzierten Hypoglykämie gleich gut wirksam, berichtet Holstein. © rme/aerzteblatt.de

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