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Ausland

Weltgesundheits­organisation: Umweltschäden durch Tabak enorm

Dienstag, 31. Mai 2022

/marina_larina, stock.adobe.com

Genf – Das Rauchen schadet nicht nur der Gesund­heit, sondern auch der Umwelt enorm. Das zeigt die Weltge­sundheitsorganisation (WHO) in einem neuen Bericht unter dem Titel „Tabak: Vergiftung unseres Planeten“ auf.

Jedes Jahr kosteten Herstellung und Konsum von Tabak demnach mehr als acht Millionen Menschen­leben, 600 Millio­nen Bäume, 200.000 Hektar Land sowie 22 Milliarden Tonnen Wasser und setzten rund 84 Millio­nen Tonnen klima­schäd­liches Kohlendioxid (CO2) frei, rechnet die WHO darin vor. Die CO2-Menge entspreche dem Ausstoß von etwa 17 Millionen benzinbetriebenen Autos jährlich.

Tabakprodukte enthielten mehr als 7.000 giftige Chemikalien, die beim Wegwerfen in die Umwelt gelangten, sagte Rüdiger Krech, Direktor für Gesundheitsförderung bei der WHO, zum Weltnichtrauchertag. Rund 4,5 Billionen Zigarettenfilter landen demnach jedes Jahr in Ozeanen und Flüssen, auf Bürgersteigen und Böden und an Stränden.

Die Kosten für die Beseitigung weggeworfener Tabakerzeugnisse trügen fast immer die Steuerzahler und nicht die Industrie. Dies koste China jährlich etwa 2,6 Milliarden Dollar und Indien etwa 766 Millionen Dollar. Die Kosten für Deutschland belaufen sich laut Schätzung der WHO auf mehr als 200 Millionen Dollar (186 Millionen Euro).

Für WHO forderte Länder und Städte auf, die Industrie bei der Beseitigung der Tabakreste stärker in die Pflicht zu nehmen. Außerdem solle die Politik ein Verbot von Zigarettenfiltern in Betracht ziehen. Diese enthielten Mikroplastik und trügen stark zur Plastikverschmutzung bei. Ihr gesundheitlicher Nutzen sei hingegen nicht nachgewiesen, so die WHO.

Auch die Bundesärztekammer (BÄK) hatte gestern auf die Probleme des Rauchens für die Umwelt hingewie­sen. BÄK-Präsident Klaus Reinhardt rief die Bundesregierung dazu auf, die deutsche Zigaretten­in­dustrie mit Hilfe eines Lieferkettengesetzes bei Verstößen gegen Kinder- und Menschenrechte auf den Ta­bakplantagen in Haftung zu nehmen. „Wer gesund, fair und umweltbewusst leben möchte, der muss auf Zi­ga­retten und andere Tabakprodukte verzichten“, forderte er.

Reinhardt appellierte an die Bundesregierung, sich im Rahmen ihrer G7-Präsidentschaft bei den Regierungen der Tabakanbauländer für den Umstieg auf die nachhaltige Produktion von Nahrungsmitteln einzusetzen. „Wäh­rend viele Menschen auf der Welt hungern, wird eine Fläche von der Größe Dänemarks für den Anbau von Tabakpflanzen verschwendet. Hier müssen die Prioritäten dringend neu gesetzt werden“, so Reinhardt. © dpa/aerzteblatt.de

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