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Politik

G7-Wissenschafts­akademien für mehr Tempo bei Klimaschutz und Gesundheitsvor­sorge

Dienstag, 31. Mai 2022

/happy_job, stock.adobe.com

Berlin – Die Nationalen Akademien der Wissenschaften der G7-Staaten dringen vor dem Gipfeltreffen in El­mau auf mehr Tempo bei Klimaschutz und Energiewende sowie auf Verbesserungen bei der Gesundheitsvor­sorge.

Für die notwendige umfassende Dekarbonisierung seien dringend internationale Maßnahmen erforderlich, hieß es in einem heute von der federführenden deutschen Leopoldina veröffentlichten Stellungnahmen. Diese wurden im Rahmen des Science7 Dialogue Forum 2022 in Berlin der Bundesregierung überreicht.

„Mit unseren Empfehlungen adressieren wir zentrale Gipfelthemen, für die es umgehend internationale Maß­nahmen braucht“, sagte Leopoldina-Präsident Gerald Haug bei der Übergabe der vier Stellungnah­men an Kanz­leramtschef Wolfgang Schmidt (SPD).

Diese „greifen ineinander und betrachten jeweils das Gesamtsystem Erde“, erläuterte Haug den systemischen Ansatz der Stellungnahmen. „Der G7-Gipfel muss starke Impulse für den Klimaschutz, die Energiewende und die Verbesserung der globa­len Pandemie- und Gesundheitsvorsorge setzen“, forderten die Wissenschaftler.

Im Gesundheitsbereich mahnen die Wissenschaftler eine bessere globale Pandemievorsorge sowie die Um­setzung des One-Health-Ansatzes an, der die Gesundheit von Menschen, Tieren, Pflanzen und Umwelt eng miteinander verknüpft. Dringender Handlungsbedarf bestehe auch bei der Entwicklung neuer antiviraler Medikamente. Diese solle langfristig stärker gefördert werden.

Die Coronapandemie habe gezeigt, dass die Welt nur unzureichend auf Pandemien vorbereitet sei, teilte der Vizepräsident der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina, Thomas Krieg, mit. Das müsse verbesert werden.

Gemeinsam dringen die Wissenschaftsakademien darauf, die Gesundheit von Mensch, Tier, Pflanzen und Umwelt verstärkt zusammen zu denken. Hintergrund sind Gesundheitsbedrohungen wie Zoonosen und anti­mikrobielle Resistenzen, durch die zum Beispiel Antibiotika ihre Wirksamkeit verlieren können. Alle diese Themen seien „äußerst wichtig und erlauben keinen Aufschub“, erklärte Krieg zur Frage nach dem drän­gendsten Bereich.

„Eigentlich muss man die Themen aber gar nicht voneinander trennen, denn sie greifen ineinander und betrachten jeweils die Erde als gesamtes System. Zentral ist sicherlich der fortschreitende Klimawandel.“

In diesem Bereich sei bereits viel wertvolle Zeit zum Handeln verloren gegangen, das Tempo müsse deutlich erhöht werden. Eine massive Verringerung der Treibhausgasemissionen, umfassende Dekarbonisierung in allen Sektoren sowie eine globale CO2-Bepreisung gehörten schon lange zu den Forderungen aus der Wissenschaft.

Die Forscher drängten auch auf mehr Anstrengungen für den Schutz der Ozeane und der Polargebiete. Ko­ordinierte Schutzmaßnahmen seien umgehend erforderlich, denn die Weltmeere und die als Kryosphä­re bezeichneten Eis- und Schneeregionen veränderten sich infolge der globalen Erwärmung schneller als je zuvor.

„In der Antarktis und in Grönland hat sich der Eisverlust stark beschleunigt, in der Arktis taut Permafrost. Der Ozean versauert und erwärmt sich, der Meeresspiegel steigt“, stellten die Wissenschaftler fest. Angesichts dieser dramatischen Entwicklungen forderten sie eine massive Verringerung der Treibhausgasemissionen.

Um spätestens 2050 Klimaneutralität zu erreichen, sei eine Dekarbonisierung von Stromerzeugung und Gebäudeheizung ebenso erforderlich wie im Verkehrs- und Transportsektor, in Industrie und Landwirtschaft. Für eine gerechte Energiewende seien die Einführung eines internationalen Handelssystems für erneuerbare Energien sowie eine globale CO2-Bepreisung erforderlich.

Zur G7 gehören neben Deutschland auch Frankreich, Großbritannien, Italien, Japan, die USA und Kanada. Die Staats- und Regierungschefs kommen vom 26. bis 28. Juni in Schloss Elmau in Bayern zusammen. Deutschland hat in diesem Jahr den Vorsitz der Gruppe inne. Die unter Federführung der Leopoldina erstellten Stellungnahmen der Wissenschaftsakademien der beteiligten Staaten sollen in die Beratungen der Staats- und Regierungschefs einfließen. © afp/dpa/aerzteblatt.de

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