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Neue Therapieempfehlungen bei einer ANCA-assoziierten Vaskulitis

Dienstag, 31. Mai 2022

/Alsu, stock.adobe.com

Berlin – Die Therapieoptionen für Patienten mit einer ANCA-assoziierten Vaskulitis, einer der schwersten rheumatischen Erkrankungen, haben sich den vergangenen Jahren verbessert. Darauf weist die Deutsche Gesellschaft für Rheumatologie (DGRh) hin.

Updates der europäischen und deutschen Empfehlungen und Leitlinien seien auf der Basis neuer Ergebnisse aus Therapiestudien in Vorbereitung, hieß es aus der Fachgesellschaft.

Bei der ANCA-assoziierten Vaskulitis führen bestimmte fehlgebildete Antikörper aus der Gruppe der ANCA-Autoantikörper zu einer Aktivierung von neutrophilen Granulozyten, die dann eine Gefäßentzündung in verschiedenen Organen herbeiführen.

„Häufig werden die Nieren angegriffen, aber auch Herz und Lungen, Nervensystem und Magen-Darm-Trakt, Hals, Nase, Ohren, Augen oder die Haut können beteiligt sein“, berichtet Andreas Krause, Präsident der DGRh und Chefarzt am Immanuel Krankenhaus Berlin.

Unbehandelt kann ein Krankheitsschub innerhalb weniger Monate zum Tod führen. Dagegen wurden früher vorübergehend hochdosierte Glukokortikoide eingesetzt. Inzwischen wird eine niedrigere Dosis verwendet, die in einer Studie laut der Fachgesellschaft zu gleich guten Ergebnissen geführt habe. Im Januar dieses Jahres wurde in Europa zudem der Wirkstoff „Avacopan“ zugelassen.

„Das neue Medikament hemmt die Aktivierung des Komplement-Systems, das an der ANCA-assoziierten Vaskulitis beteiligt ist“, so Krause. Nach Einschätzung des Experten werden die Patienten zwar auch in Zukunft nicht ganz ohne Glukokortikoide auskommen, mögliche Nebenwirkungen wie Infektionen und Diabetes könnten jedoch deutlich begrenzt werden.

Neue Biologika gegen die verschiedenen Unterformen der Erkrankung machten zudem Behandlungen mit dem Zytostatikum Cyclophosphamid häufig unnötig. „Für die Patienten ist der erfolgreiche Einsatz der Biologika und die Senkung der Glukokortikoiddosis ein wichtiger Fortschritt“, betonte Julia Holle vom Rheumazentrum Schleswig-Holstein Mitte in Neumünster. © hil/aerzteblatt.de

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