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Pandemie bremst Nada nicht aus

Dienstag, 31. Mai 2022

/picture alliance, Philipp Szyza

Bonn – Die Coronapandemie hat die Nationale Anti-Doping-Agentur (Nada) nicht ausbremsen können. Das teilte die Agentur heute auf einer digitalen Pressekonferenz zur Bilanz des vergangenen Jahres mit.

Im Gegensatz zum Pandemiejahr eins habe die Nada annähernd wieder die Probenzahl von 2019 – also vor COVID-19 – erreichen können, sagte die Nada-Vorstandsvorsitzende Andrea Gotzmann. Die Anti-Doping-Arbeit sei auf hohem Niveau weitergelaufen. „Im Gesamtergebnis lag die Anzahl an Kontrollen nur ganz knapp unter diesen Zahlen.“

Insgesamt veranlasste die Nada im vergangenen Jahr 12.659 Kontrollen mit 16.153 Proben. Davon wurden 8.114 Tests mit 11.148 Proben im Training und 4.545 Tests und 5.005 Proben bei Wettkämpfen vorgenommen.

„Die Zahl der Trainingskontrollen lag sogar in 2021 um 13 Prozent höher als vor der Pandemie, wohingegen durch den Ausfall immer noch zahlreicher Wettkämpfe auch diese Kontrollzahlen niedriger waren“, erklärte Gotzmann.

Durch die Kontrollen konnten 68 mögliche Verstöße gegen Anti-Doping-Bestimmungen festgestellt und 14 Sanktionen verhängt werden. Im Corona-Jahr 2020 waren angesichts der Einschränkungen nur 35 Vergehen entdeckt worden, während es 2019 82 gewesen waren.

„Damit bewegen wir uns langsam bei der Verfolgung von Dopingverstößen wieder auf dem Niveau von vor der Pandemie“, sagte Nada-Vorstand Lars Mortsiefer. Bei den Verstößen habe die nachgewiesene Einnahme von Suchtmitteln wie Kokain und Haschisch dominiert. Außerdem stellte die Nada in Bezug auf das Anti-Do­ping-Gesetz neun Anzeigen bei Staatsanwaltschaften. Bei der Überführung von Dopern haben auch wieder Whistleblower mitgewirkt.

Über das Nada-System „Sprich's an“ sind 880 Hinweise eingegangen. Dopingtests können als Nebeneffekt auch helfen, gesund zu bleiben. So wurde bei einem Athleten nicht nur das Schwangerschaftshormon nach­gewiesen, sondern dabei ebenso eine ernsthafte Erkrankung festgestellt: ein Karzinom am Hoden.

„Das Schwangerschaftshormon bei Männern ist erst mal sehr ungewöhnlich, aber eben aus der Erkenntnis der vergangenen Jahre in Verbindung mit Testosteron ein gängiges Mittel, auch um Dopingpraktiken durchzufüh­ren und zu verschleiern“, erklärte Mortsiefer. Durch den Dopingtest habe man aber auch dazu beigetragen, „die Gesundheit des Sportlers zu schützen“.

Die internationale Anti-Doping-Arbeit der Nada wird zudem durch den Ukraine-Krieg vor neue Herausforde­rungen gestellt. Auch während des Krieges hat die Welt-Anti-Doping-Agentur veranlasst, dass Athleten aus Russland, Belarus und der Ukraine weiter kontrolliert werden, um Test-Lücken bei einer Rückkehr oder der Teilnahme an Wettkämpfen zu vermeiden.

„Die NADA übernimmt in Zusammenarbeit mit der Wada und der ukrainischen Anti-Doping-Organisation die Kontrolltätigkeit bei den geflüchteten ukrainischen Sportlern, die sich in Deutschland aufhalten und hier trainieren“, sagte die Vorstandsvorsitzende Gotzmann. © dpa/aerzteblatt.de

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